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Amortisationsrechnung
Verfahren der Investitionsrechnung, mit Hilfe dessen die Dauer der Amortisation (Amortisationszeit) berechnet wird.
Kurze Erklärung :
Rechnung zur Ermittlung der Sicherheit einer Investition, d.h. der Zeitdauer, bis die Anschaffungsausgaben durch finanzielle Vorteile mindestens ausgeglichen sind, der sog. Amortisationsdauer oder "Pay-off-Periode".
Die Vorteile können bestehen in (zusätzlichen) Erlösen oder in Einsparungen. Eine Investition ist um so sicherer (risikoärmer), je kürzer die Amortisationsdauer ist. Das Verfahren beurteilt also nicht die Wirtschaftlichkeit, dazu sind andere Verfahren besser geeignet, die zusätzliche Faktoren berücksichtigen, z.B. den Zinssatz für die Bewertung der Kapitalbindung: Kostenvergleichsrechnung, den Zinsfuß- und Zeitfaktor: Kapitalwertmethode).
Die Amortisationsrechnung ist ein statisches Investitionsrechenverfahren , bei dem die Rückflüsse einer Investition kumuliert der Anfangsinvestition gegenübergestellt werden. Beim Amortisationszeitpunkt überschreiten die kumulierten Zahlungsüberschüsse die Anfangsinvestition. Dabei können die geschätzten künftigen Zahlungen mit Hilfe der Durchschnittsmethode oder der sogenannten kumulierten Methode den Anfangsinvestitionen gegenübergestellt werden.
Bei der Durchschnittsmethode wird ein durchschnittlicher künftiger Zahlungsüberschuss (z. B. 100 EUR) der Anfangsinvestition (z. B. 10 EUR) gegenübergestellt und der Amortisationszeitpunkt (z. B. 10 Jahre) ermittelt.
Bei der kumulierten Methode werden die zu erwartenden unterschiedlichen künftigen Zahlungen einzeln aggregiert und ein exakter Zeitpunkt ermittelt, an dem die Investition zurückgeflossen ist. Diese Kapitalrückflussmethode wird in der amerikanischen Literatur als Pay-off- oder Pay-back-Methode bezeichnet. Sie ist insbesondere für Investoren geeignet, die nicht im Sinne der Kostenvergleichsrechnung, Gewinnvergleichsrechnung oder Rentabilitätsvergleichsrechnung die günstigste, gewinnträchtigste oder rentabelste Investition suchen, sondern aus einem Sicherheitsbewusstsein eine möglichst schnelle Wiedergewinnung ihres eingesetzten Kapitals wünschen.
Um aus der an sich statischen Rechenmethode ein dynamisches Verfahren zu machen, sind lediglich die prognostizierten künftigen Zahlungen mit einem Kalkulationszinsfuß abzuzinsen und so in die Durchschnitts- oder Kumulationsbetrachtung einzubeziehen.
Die Amortisationsrechnung (Kapitalrückflußrechnung, pay-back-, pay-out-, pay-off-Rechnung) ist eine statische Investitionsrechnung, bei der man errechnet, in wieviel Jahren sich eine Investition selbst bezahlt macht, d. h. wann die Summe der jährlichen Nettoeinzahlungen (e - a) genauso hoch ist wie der Kapitaleinsatz (die ursprüngliche Anschaffungsauszahlung). Die Ermittlung der Amortisationszeit nach der Durchschnittsmethode setzt voraus, daß sich die jährlichen Rückflüsse in der Nähe eines Durchschnittswertes Ø (e - a) bewegen.
Weichen die jährlichen Rückflüsse vom Durchschnitt stark ab, wie das bei wachsenden oder abnehmenden Zahlungsreihen typisch ist, sollte das Kumulationsverfahren zur Amortisationszeitbestimmung gewählt werden. Dieses sucht diejenige Zeit, bei der die kumulierten Rückflüsse, die Summe der bislang erzielten Nettoeinzahlungen, der Anschaffungsauszahlung entsprechen.
Lohnend ist eine Investition nach der Amortisationsrechnung dann, wenn ihre Amortisationszeit t nicht größer ist als die von der Unternehmungsleitung vorgegebene maximal zulässige Amortisationszeit
Beispiel:
Man ermittle die Amortisationszeit t der folgenden Investition mit Hilfe der Durchschnitts- und Kumulationsrechnung:
Anschaffungsauszahlung : A = 120 000 EUR
Restwert : R = 0 EUR
Nutzungsdauer : n = 5 Jahre
Rückflüsse im 1. Jahr : (e - a) = 50 000 EUR (jedes Folgejahr 10 000 EUR weniger)
Bei unterschiedlichen jährlichen Nettoeinzahlungen ist grundsätzlich die Kumulationsrechnung anzuwenden. Wenn die jährlichen Nettoeinzahlungen im Zeitablauf fallen, ist die Amortisationszeit nach der Durchschnittsrechnung regelmäßig zu groß, wenn sie steigen, ist die Amortisationszeit nach der Durchschnittsrechnung zu gering.
Problem:
(1) Die Berechnung der Amortisationszeit beruht auf Schätzungen, wie dies bei allen zukunftsorientierten Rechnungen der Fall ist. Der Investor muß außerdem die maximal zulässige Amortisationszeit in sinnvoller Weise festlegen.
(2) Eine Unternehmung, die sich bei ihren Investitionsentscheidungen einzig und allein auf die Amortisationsrechnung stützt, geht das Risiko von Fehlentscheidungen ein. Es lauern folgende Gefahren:
? Eine einzelne Investition kann trotz einer Amortisationszeit, die die maximal zulässige unterschreitet, unvorteilhaft sein.
? Zwei Investitionen, die gleiche Amortisationszeiten aufweisen, sind deshalb noch lange nicht gleich vorteilhaft.
? Die Amortisationsrechnung verbietet die Durchführung von Investitionen mit Amortisationszeiten, die die maximal zulässige Amortisationszeit übersteigen. Das wäre nur dann gerechtfertigt, wenn solche Investitionen automatisch unvorteilhaft wären. Das ist aber nicht der Fall - die Bevorzugung kurzfristiger Investitionen und die Diskriminierung langfristiger ist sachlich nicht gerechtfertigt.
(3) Daneben weist die Amortisationsrechnung die Mängel der statischen Investitionsrechnungsmethoden auf, nämlich:
? fehlende finanzmathematische Basis (keine korrekte Erfassung der zeitlichen Unterschiede mittels Auf- und/oder Abzinsens);
? unzweckmäßige Rechnungselemente (Leistungen und Kosten anstelle von Ein- und Auszahlungen);
? gelegentlich Beschränkung auf die einperiodische Betrachtung der Kosten und Leistungen des Erstjahres, um so Prognoseprobleme zu umgehen; gerade das Erstjahr ist aber in aller Regel atypisch.
Hinweis:
Neben der statische Amortisationsrechnung kennt man auch die dynamische Amortisationsrechnung. Für diese gilt die Kritik nicht.
ist eine im Rahmen der Investitionsplanung angewandte Investitionsrechnung. Hierbei wird errechnet, nach wievielen Jahren sich eine Investition bezahlt macht, d.h. nach welchem Zeitpunkt die Summe der Kapitalrückflüsse genauso hoch ist wie der ursprüngliche Kapitaleinsatz (Anschaffungsauszahlung). Nützlich ist eine Investition dann, wenn ihre tatsächliche Amortisationszeit im Rahmen des Zeitraums liegt, den die Unternehmensleitung als maximalen Zeitraum vorgibt. Diese Investitionsrechnung zählt zu den statischen Investitionsrechnungsformen. Sie wird in der Praxis aufgrund ihrer Einfachheit häufig angewandt, obwohl ihr im Vergleich zu den dynamischen Investitionsrechnungen Mängel anhaften.
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