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Direktinvestition
Der Begriff der Direktinvestition bezeichnet eine Auslandsinvestition, bei der Kapital nicht zur reinen Vermögensanlage exportiert wird.
Ziel ist es vielmehr, im Ausland unternehmerisch tätig zu sein oder entscheidenden Einfluss auf unternehmerische Tätigkeit auszuüben.
Das kann durch Neugründung eines Unternehmens ("Greenfield Investment"), oder durch Akquisition, Fusion
bzw. Beteiligung an einem bestehenden Unternehmen erreicht werden. Offizielle Statistiken rechnen grenzüberschreitende Beteiligungen ab 10% des Kapitals oder der Stimmrechte zu den Direktinvestitionen. Käufe machten in den Jahren der weltweiten Fusionswelle den größten Teil der Direktinvestitionen aus. Deutsche Unternehmen investierten insgesamt in 2001 699 Mrd. Euro ins Ausland, während nur 301 Mrd. Euro von ausländischen Unternehmen nach Deutschland investiert wurde (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft).
Motive für Direktinvestitionen können die Erschließung oder Erhaltung neuer Absatzmärkte, die Sicherung des Bezugs von Rohstoffen oder Vorprodukten, die Erzielung von Größenvorteilen, Unterschiede in den Faktorkosten und in den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen aber auch die Umgehung von Handelsschranken sein.
Mit Direktinvestitionen wird nicht nur Kapital in das Zielland transferiert, sondern auch Wissen z.B. in Form von Managementkenntnissen oder technischem Know How. Im Empfängerland
kann es je nachdem, ob die Direktinvestitionen additiven Charakter haben (zusätzliche neue Unternehmen entstehen) oder substitutiven (Unternehmen bestünden auch ohne ausländisches Engagement), zu positiven Beschäftigungseffekten oder zur Verdrängung einheimischer Produzenten kommen.
Das eigene Engagement in einem Auslandsmarkt. Bei der Erschließung von Auslandsmärkten über Geschäftspartner vor Ort reduziert sich die Einflussnahme und die Steuermöglichkeit. Direktinvestitionen in den Zielmärkten bringen einem Hersteller auch direkte Markterfahrungen. Er kann schnell und flexibel reagieren und unbeschränkt seine Interessen vertreten. Die Alternativen:
• Die kleinste Form einer Direktinvestition ist ein eigenes Verkaufsbüro vor Ort, das die Vertriebspartner steuert.
• Aufwändiger ist der Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes, bspw. in Form eines Franchise-Systems.
• Schließlich folgt das eigene Montagewerk, in dem die vom Mutterwerk zugelieferten Teile zusammengesetzt werden.
• Die letzte Alternative ist die Gründung einer Auslandstochter, die die gesamte Wertschöpfungskette übernimmt, bspw. um Einfuhrbeschränkungen und Markthürden des Gastlandes zu umgehen, seine Investitionsanreize in Anspruch nehmen zu können und unter Umständen Arbeitskosten zu sparen. Direktinvestitionen in Auslandsmärkten setzen allerdings hohe Kenntnisse und große Erfahrungen voraus. So gehen Unternehmen gerne in der Schrittfür-Schritt-Taktik vor und lassen ihr Engagement im Ziell and kontinuierlich wachsen.
In der sozialistischen Wirtschaftslehre: >Auslandsinvestition
Auf Dauer angelegte Grenzen überschreitende Investitionen (Auslandsinvestitionen) mit dem Ziel der Schaffung dauerhafter, langfristiger wirtschaftlicher Projekte, Verbindungen usw., durch die ausländische Unternehmen erworben oder gegründet werden sollen oder auf die meist durch Mehrheitsbeteiligungen Einfluss auf die Unternehmenspolitik gewonnen werden soll. International werden nach Definitionen von OECD und IWF Unternehmensbeteiligungen dann als Direktinvestitionen verstanden, wenn sie mind. 10% des gezeichneten Kapitals oder der Stimmrechte ausmachen. Bei Beteiligung von unter 10% werden die entspr. Transaktionen dem Wertpapierverkehr zugeordnet. Ggs.: Portfolioinvestition.
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