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Diversifikation

Auffächerung des Produktionsprogramms bzw. Sortiments eines Unternehmens. Es wird unterschieden zwischen der
1. horizontalen Diversifikation, bei der die Auffächerung eng verwandte Produkte der bisherigen Produktionsstufe betrifft, der
2. vertikalen Diversifikation, bei der ein Unternehmen in vor- oder nachgelagerte Produktionsstufen vordringt, und der
3. lateralen Diversifikation, bei der kein Zusammenhang zwischen den bisherigen und den neuen Produkten besteht.

In der Finanzwirtschaft beschreibt der Begriff der Diversifikation die Streuung der Bestandteile eines Portefeuilles hinsichtlich der Art der gehaltenen Positionen (z.B. Sachund Geldwerte, Aktien und festverzinsliche Wertpapiere) und der Unterschiedlichkeit von Schuldnern (z.B. bezüglich Branche und Land). Die Diversifikation bzw. die Diversifikationsidee ist der Kern der Portefeuilletheorie. Im Unterschied zum Hedging besteht die Risiko verringernde Wirkung der Diversifikation in der Verminderung der Wahrscheinlichkeit des gleichzeitigen Eintritts mehrerer negativer Entwicklungen der betrachteten Diversifikationsobjekte.

Die Grundidee in jeglicher Geldanlage ist der Grundsatz der Risikomischung.

So besteht z.B das Portfolio eines Investmentsfonds aus einer Vielzahl verschiedener Wertpapiere. Jedes einzelne Wertpapier birgt neben Chancen auf Kursgewinne auch Risiken, die zum einen im Wertpapier selbst liegen und als »titelspezifische Risiken« bezeichnet werden.

Zum anderen resultieren Gefahren aus der Entwicklung der einzelnen Wertpapiermärkte (Asset-Klassen-Risiko) und des Weltaktienmarktes
insgesamt (Gesamtmarktrisiko). Die ersten beiden Risikoarten können durch eine richtig verstandene, systematische Diversifikation vollständig beseitigt werden, die dritte nicht. Da die ersten beiden Risikoarten nicht zwingend getragen werden müssen, »zahlt« der Markt dafür auch keinen Risikozuschlag.

Somit tragen Anleger, die das titelspezifische und das Asset-Klassen-Risiko nicht wegdiversifizieren, Risiken, für die sie keinen Renditeaufschlag erhalten.

Eine systematische Diversifikation führt also dazu, dass das Risiko eines Portefeuilles geringer ausfällt als der gewichtete Durchschnitt der Risiken seiner Einzelpositionen.

Der Aufbau eines neuen Aktivitäten- oder Geschäftsfeldes. Unternehmen, die in ihrem angestammten Tätigkeitsfeld verharren, können weder ihre Risiken streuen noch die Chancen nutzen, die sich in neu entstehenden Märkten ergeben. Generell werden drei Diversifikationsformen unterschieden:
• Horizontale Diversifikation: Meist nutzen Unternehmen die Möglichkeit, ihr erworbenes Know-how für verwandte Produkt- oder Dienstleistungsbereiche in anderen Branchen einzusetzen, bspw. seine Vertriebswege für andere Produkte zu nutzen.
• Vertikale Diversifikation: Das Unternehmen übernimmt Teile der Prozesskette in Eigenregie, indem es bspw. zu seinem eigenen Zulieferer wird oder künftig als Direktverkäufer den Vertriebskanal bis zum Konsumenten weiterführt.
• Laterale Diversifikation: Hier wird das Unternehmen in völlig fremden Bereichen aktiv. Häufig ist dies der Fall, wenn Unternehmen Fremdfirmen aufkaufen oder in zukunftsorientierte Branchen investieren, weil die bisherigen Wachstumsgrenzen erkennen lassen.


siehe auch unter:
>>> horizontale Diversifikation
>>> laterale Diversifikation
>>> vertikale Diversifikation


ist eine strategische Stoßrichtung, mit neuen Produkten auf neue Märkte zu gehen. Stehen die neu zu entwickelnden Produkte in enger Verbindung mit dem bisherigen Produktionsprogramm, so spricht man von horizontaler Diversifikation. Betreffen die neu zu entwickelnden Produkte eine vor- bzw. nachgelagerte Fertigungsstufe, so spricht man von vertikaler Diversifikation. Haben diese Produkte nichts oder nur wenig mit dem bestehenden Programm zu tun, so liegt eine laterale Diversifikation vor. Neue Produkte können auch über einen Patenterwerb oder eine Lizenz in das Programm aufgenommen werden. Eine andere Möglichkeit besteht in der Übernahme von Handelswaren anderer Unternehmen (Kooperation). (Siehe hierzu auch Gap-Analyse, Produkt-Markt-Matrix)

Eine Diversifikation stellt eine Ausweitung des Leistungsprogramms des Betriebs dar. Das Ziel der Diversifikation besteht in der Förderung des Wachstums des Betriebs, insbesondere in der Steigerung des Umsatzes, indem man neue Märkte für die Produkte gewinnen will. Die Diversifikation kann aber auch durchgeführt werden, um einer Stagnation oder Schrumpfung des Umsatzes der bisherigen Produkte wirksam entgegenzuwirken. Schließlich kann die Diversifikation einen Risikoausgleich schaffen, indem sie dem Betrieb ermöglicht, auf mehreren "Beinen zu stehen". Die Diversifikation kann in horizontaler, vertikaler oder lateraler Form erfolgen.

Bei einer horizontalen Diversifikation werden auf einer Produktionsstufe neue Produkte oder Produktbereiche aufgenommen, die gegenüber dem bisherigen Produktionsprogramm auf der Ebene der Produktion und/oder des Absatzes in einem sachlichen Zusammenhang stehen. Als Beispiel kann eine Bierbrauerei genannt werden, die die Herstellung verschiedener Limonadensorten aufnimmt. Die neuen Produkte sind dabei fertigungs- und/oder absatzverwandt. Durch die horizontale Diversifikation wird die Erhöhung der Breite des Produktionsprogrammes bewirkt. Eine vertikaleDiversifikation ist gegeben, wenn Produkte oder Produktgruppen aus vor-oder nachgelagerten Produktionsstufen übernommen werden. Die vertikale Diversifikation stellt also eine Vergrößerung der Tiefe des Produktionsprogrammes dar. Die Vorstufendiversifikation, auch Rückwärtsintegration («backward integration») genannt, ist beschaffungsorientiert. Sie kommt einer Erhöhung der Eigenfertigung beziehungsweise einer Verminderung des Fremdbezugs gleich. Ein Konfektionsbetrieb kann beispielsweise eine Tuchfabrik angliedern. Die Nachstufendiversifikation, welche auch als Vorwärtsintegration («forward integration») bezeichnet wird, ist absatzorientiert. Sie ist gegeben, wenn z.B. eine Holzfabrik zusätzlich Möbel herstellt.

Bei der lateralen Diversifikation bestehen keine unmittelbaren Zusammenhänge zwischen den neuen Produkten oder Produktgruppen und dem bisherigen Produktionsprogramm. Je nachdem, ob noch ein mittelbarer leistungsmäßiger Zusammenhang besteht oder nicht, kann zwischen einer homogenen und einer heterogenen lateralen Diversifikation unterschieden werden.

Bei der homogenen oder organischen lateralen Diversifikation besteht noch ein mittelbarer leistungsmäßiger Zusammenhang zwischen den neu in das Programm aufgenommenen Produkten oder Produktionsbereichen und den alten Produkten. So kann ein Hersteller von Lebensmitteln (Backpulver, Puddingpulver, Eispulver) auch Genußmittel (Bier, Wein, Sekt) in sein Programm aufnehmen. Bei der heterogenen oder anorganischen lateralen Diversifikation besteht kein mittelbarer leistungsmäßiger Zusammenhang zwischen den bisherigen und den neu aufgenommenen Produkten. Es handelt sich hierbei auf die Aufnahme eines völlig anderen Produktes. Ein Beispiel dafür wäre ein Elektrobetrieb, der eine Pferdezucht zusätzlich betreibt.

 

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