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Eigenfertigung versus Fremdbezug

Im Zuge der Globalisierung der Wirtschaft und der dadurch möglichen Verlagerung von Produktionen in günstigere Standorte sowie durch die zunehmende Komplexität von Produkten und Produktionsabläufen wird die Frage nach der Selbsterstellung oder Fremdvergabe bzw. dem Einkauf von Halbfabrikaten zur Weiterverarbeitung immer wichtiger. Die auch als Make or buy-Entscheidung klassifizierten überlegungen können kostenorientiert, fertigungsorientiert oder qualitätsorientiert bzw. zeitlich bestimmt sein. Kostenbedingte Gründe lassen sich zumeist auf geringere Lohn- und Materialkosten in ausländischen Produktionsstätten zurückführen. Der komparative Kostenvorteil ergibt sich eventuell durch einen direkteren Rohstoffzugang, günstigere Lager-, Transport- und Produktionspreise sowie geringere Anforderungen an die Erfüllung gesetzlicher Arbeitsschutz- und Umweltauflagen. Fertigungsbezogene Vorteile können sich z.B. auf die Auslastung nationaler oder internationaler Kapazitäten sowie die Nutzung von Know-how
bzw. Personal, qualitätsbezogene Vorteile auf die Leistungsfähigkeit und Qualitätsstandards von Produktionsanlagen beziehen. Die Frage des Fremdbezugs kann sich auch allein aus zeitlichen Erwägungen (Dringlichkeit) stellen. Die traditionellen Modelle der Vergleichsrechnung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug wurden bereits in den fünfziger Jahren von „Erich Gutenberg“ unter Kostenaspekten angestellt. Im Rahmen einer statischen Kostenvergleichsrechnung wurde unter Beachtung einer definierten Kapazitätsauslastung und der Variation bei Unterbeschäftigung bzw. Materialengpässen die günstigste Variante ermittelt. Unter strategischen Aspekten wurde Make or buy in den neunziger Jahren zunehmend zur Optimierung der Durchlaufzeit und Erhöhung der Qualität im Rahmen einer umfangreichen Lieferantenauswahl betrachtet. Je nach Grad des Fremdbezugs wird zwischen selektivem Outsourcing und Multiple Sourcing bzw. bei teilweisem Zukauf von Komponenten von Modular Sourcing gesprochen. In jüngster Zeit ist nach den negativen Erfahrungen einer extremen Auslagerung (z.B. unter der ära des bekannt gewordenen Chefeinkäufers von „VW“, „Ignacio Lopez“) eine zunehmende Rückbesinnung auf die Selbsterstellung von Vorprodukten und damit eine Erhaltung eigenen Know-hows im Unternehmen feststellbar. Durch die Bindung ausgesuchter Lieferanten im Sinne eines Partnerships kommt somit ein Make and Global Buy statt der klassischen Eigenfertigung versus Fremdbezug vor (z.B. bei „VW“ unter dem Begriff „Atmende Fabrik“).

 

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