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Einkaufsgemeinschaft

[s.a. Verbund-gruppe]

Die Einkaufsgemeinschaft (vgl. Liebmann/ Zentes, 2001, S. 283) ist ein Zusammen-schluss von Einzelhandelsbetrieben, seltener auch von Großhandelsbetrieben, zum Zweck des gemeinsamen Wareneinkaufs. Die Initiative zur Schaffung von Einkaufsgemeinschaften ging ursprünglich von Einzelhandelsbetrieben aus, die ihre Wettbewerbssituation durch einen günstigeren Einkauf verbessern wollten. Im Gegensatz dazu wurden Freiwillige Ketten meist vom Großhandel gegründet, der in erster Linie Absatzziele verfolgte. Die Einkaufsgemeinschaften können hinsichtlich der von ihnen vermittelten bzw. vertriebenen Sortimente unterschieden werden in (vgl. Lieb-mann/Zentes, 2001, S. 283):

- Spezialeinkaufsverbände (z.B. für einzelne Produktgrappen im Textilbereich)

- Sortimentseinkaufsverbände für branchenübliche Sortimente

- Mehrbrancheneinkaufsverbände für Waren mehrerer Branchen.

Das ursprüngliche Tätigkeitsgebiet der gemeinsamen Beschaffung innerhalb von Einkaufsgemeinschaften ist heute sehr stark ausgeweitet worden. So zeigt sich innerhalb von Verbundgruppen eine neue Arbeitsteilung bzw. Aufteilung der Wertschöpfungsaktivitäten dahingehend, dass die Verbundgruppenzentrale zunehmend als Systemkopf agiert mit dem Ziel der Effizienz
- und Effektivitätssteigerung der gesamten Gruppe va. in Bezug auf die Marktbearbeitung und damit Marketingaktivitäten. So zeigen sich innerhalb von Verbundgruppen insbesondere folgende Trends:

- harmonisierter Marktauftritt im Sinne einer Betriebstypenprofilierung (Betriebstypen des Handels)

- Full-Service-Betreuung der Mitglieder in Marketing, Logistik, Controlling und Warenwirtschaft

- Standortsicherung durch die Übernahme von Mitgliederstandorten

- Expansion von Regiebetrieben und Entstehen Franchise-ähnlicher Strukturen

- Angebot von Finanzierungspaketen

- Anpassung und Koordination von Entscheidungsstrukturen und -prozessen.

Einkaufsgemeinschaften treten häufig in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft (Einkaufsgenossenschaft) auf. Allerdings sind auch Kapital- (GmbH, AG) und Personengesellschaften vorzufinden. Parallel dazu zeigt sich, ausgelöst durch steigenden Wettbewerbsdruck und zunehmende Internationalisierungstenden-zen, eine zunehmende Bündelungstendenz auf supranationaler Ebene, die als »Kooperation der Kooperationen« oder zweistufige Kooperation auf den internationalen Beschaffungsmärkten ein Gegengewicht gegenüber den Kooperationen der filialisier-ten Systeme erreicht (Einkaufskontore).

 

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