Sie umfasst die in kurzfristigen makroökonomischen Modellen systematisierte Darstellung und Erklärung der volkswirtschaftlichen Kreislaufgrößen und ihre Bedeutung für die Nutzung der ProduktionsfaktorenArbeit und Kapital. Zentrale Elemente der Analyse sind die in Abhängigkeit vom zugrunde liegenden theoretischen Ansatz festgelegten relevanten Größen und Relationen sowie die für die Planrealisation formulierten Bedingungen. Die meist als Güter-, Faktor-, Geld- und Wertpapiermarkt charakterisierten Untersuchungsbereiche werden durch Angebots- und Nachfragegleichungen und Gleichgewichtsbedingungen beschrieben. Der kurzfristige Charakter der Analyse zeigt sich in der Annahme eines — jeweils „in the short run“ — unveränderten Kapitalstocks und einer konstanten Produktionsfunktion. Im keynesianischen Modell der Einkommens- und Beschäftigungstheorie spielen die einkommensabhängige Konsumfunktion, die zinsabhängige Investitionsfunktion, die einkommensabhängige Transaktionskasse sowie die zinsabhängige Spekulationskasse und schließlich die Reallohnbestimmung im Verbund mit kurzfristigfixen Nominallöhnen die zentrale
Rolle. In Zusammenhang mit speziellen Annahmen über die Funktionsverläufe begründen sie die Möglichkeit eines Unterbeschäftigungsgleichgewichts.
Wirtschaftspolitisch ergeben sich daraus Argumente für die Bevorzugung der Nachfragesteuerung als Instrument der Beschäftigungspolitik. Im neoklassischen Modell der Beschäftigungstheorie steht hingegen statt der Konsumfunktion die zinsabhängige Sparfunktion im Vordergrund. Aufgrund der ebenfalls zinsabhängigen Investitionsnachfrage ist die neoklassische Theorie nicht durch die für die keynesianische Theorie typische Dichotomie der Investitions- und Sparmotive gekennzeichnet. Die Preise sind bei gegebener Beschäftigung durch das Geldangebot bestimmt, da die Geldmenge nicht für spekulative Zwecke absorbiert wird und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldeskonstant ist. Folglich ist der Reallohnsatz das Steuerungsinstrument der Beschäftigung. Im Gegensatz zur keynesianischen Theorie, welche die wichtige Rolle von Einkommen und Geldmarktzinsen zur Beschäftigungs- und Einkommensbestimmung betont, stehen im neoklassischen Ansatz Reallohnsatz und Kapitalmarktzins im Mittelpunkt. Die damit einher gehende stark unterschiedliche Problemsicht in den einzelnen Modellen der Einkommens- und Beschäftigungstheorie führt zu einer erheblich voneinander abweichenden Gewichtung der wirtschaftspolitischen Aufgaben und unter Umständen trotz gleicher Zielsetzung — etwa ein hoher Beschäftigungsstand ohne unerwünschte Preisniveausteigerungen — zu konträren Politikempfehlungen: Während etwa für die eine Seite Lohnzurückhaltung bei hoher Arbeitslosigkeit angebracht erscheint, tritt die andere für eine Lohnpolitik auf Basis des Kaufkraftarguments der Löhne ein.
Diese Basisschulen der Makroökonomie sowie darauf aufbauende neuere Ansätze der Beschäftigungstheorie lassen sich vereinfacht in einen simplen grafischen Rahmen der kurzfristigen gesamtwirtschaftlichen Angebots- und Nachfrageanalyse integrieren. In neueren Ansätzen werden auch die mittlere und längere Fristsystematisch integriert. Hierfür sind häufig komplexe grafische und insbesondere mathematische Darstellungen notwendig.