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Fremdfinanzierung
Beschaffung finanzieller Mittel in Form von Fremdkapital, z. B. Anleihen, Banken- und Lieferantenkredite (Kredite), Kundenanzahlungen etc. Gegensatz – Eigenfinanzierung.
Deckung eines Kapitalbedarfs durch Fremdkapital im Rahmen der Außen- oder/und Innenfinanzierung.
(1) Bei der Außenfinanzierung mit Fremdkapital (Kreditfinanzierung) sind die Kapitalgeber Gläubiger der Unternehmung. Dies bedingt, daß mit der Kapitalhingabe i. d. R. im Gegensatz zum Eigenkapital
? das Fremdkapital keine Haftungsfunktion hat (Gläubigerstellung); ein Vermögensanspruch besteht lediglich in nomineller Höhe der Gläubigerforderung;
? das Nutzungsentgelt erfolgsunabhängig anfällt (evtl. variable Verzinsung: Floating Rate Notes, Floating CD), was u. U. zu einer starken Liquiditätsbelastung führen kann;
? die Zinsen steuerlich absetzbar (Aufwand) sind (Ausnahme: § 8, Ziff. 1 GewStG );
? die Kapitalüberlassungsdauer i. d. R. (Ausnahme: Perpetual Floater) zeitlich ex ante begrenzt ist (in bestimmten Situationen u. U. vorfristige Rückzahlungsverpflichtung mit entsprechender Liquiditätsbelastung);
? i. d. R. keine oder geringere Informations- und/oder Mitspracherechte gegeben sind, was nur einen mittelbaren Einfluß auf die Unternehmensführung erlaubt.
Arten der Fremdfinanzierung unter Fristigkeitsaspekten:
(a) Kurzfristige Kreditfinanzierung (bis zu einem Jahr):
? Kundenanzahlung,
? Lieferantenkredit,
? Bankkredit ( Kontokorrent, Diskont-, Akzept-, Aval-, Rembourskredit-, Lombardkredit),
? Industrie-Clearing,
? Commercial papers (US-CP, Euro-CP),
? Euronotes,
? Steuerschulden und sonstige Kredite.
Kreditsubstitute kurzfristiger Art sind u. a. Factoring und Forfaitierung.
(b) Langfristige Kreditfinanzierung:
? langfristiger Bankkredit (Bankdarlehen),
? Anleihe (Industrieobligation, Pfandbriefe, Bankschuldverschreibungen, Kommunalobligationen, Anleihen der öffentlichen Hand),
? Schuldscheindarlehen.
Zu den Kreditsubstituten langfristiger Art zählen u. a. Leasing und Franchising.
Arten des Kreditkapitals sind der Handelskredit in Form des Warenkredits (Lieferantenkredit, Kundenanzahlung) und der reine Geldkredit (z. B. Kontokorrent-, Wechseldiskont-, Rembourskredit, Darlehen, Schuldscheindarlehen, Commercial Papers, Euronotes etc).
Die Fremdfinanzierung ist im Gegensatz zur Eigenfinanzierung eine Finanzierung durch Fremdkapital. Sie kann sowohl Außenfinanzierung als auch Innenfinanzierung sein. Einmal wird der Unternehmung neues Fremdkapital im Wege der Kreditfinanzierung durch die Gläubiger zugeführt, zum anderen wird der Unternehmung von innen über die Rückstellungsfinanzierung neues Fremdkapital bereitgestellt.
Unter F. versteht man die Zuführung von Kapital, sofern den Kapitalge«ern eine Gläubigerstellung gegenüber dem Unternehmen eingeräumt ird. Die F. begründet i. d. R. eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber den Kapitalgebern, das Kapital steht also nur befristet zur Verfügung. Arten der F.: Externe F. (Kreditfinanzierung): den Unternehmen werden „quide Mittel durch einen speziellen Finanzierungsakt zugeführt. Interne F.: den Unternehmen fließen im Rahmen des betrieblichen Umsatzprozesses liquide Mittel zu, die Aufwandsäquivalente darstellen, so daß für die zukünftigen Zahlungsverpflichtungen Rückstellungen gebildet werden. Die langfristige F. dient vor allem der Finanzierung des Anlagevermögens. Nach Instrumenten und Kapitalgebern lassen sich unterscheiden: Darlehensfinanzierung durch Kreditinstitute, Finanzierung mittels Schuldscheindarlehen durch institutionelle Anleger (vorwiegend Versicherungsgesellschaften), Anleihefinanzierung durch private und institutionelle Kapitalanleger über den Kapitalmarkt und im weiteren Sinne auch Leasing. Die wichtigsten Instrumente der kurzfristigen F. sind der Kontokorrentkredit und der Diskontkredit der Banken sowie der » Lieferantenkredit und Kundenanzahlungen. Zielsetzungen der Fremdfinanzierung:
1. Erhöhung der Finanzierungsmittel zur Durchführung neuer Investitionen, deren Verzinsung über dem Fremdkapitalkostensatz hegt.
2. Substitution von Eigenkapital, solange die marginalen Fremdkapitalkosten unter den marginalen Eigenkapitalkosten hegen. Beide Zielsetzungen sollen (langfristig) die Rentabilität des Eigenkapitals verbessern. Die Erhöhung der Eigenkapitalrentabilität durch Substitution von Eigenkapital durch Fremdkapital bezeichnet man als LeverageEffekt. Dieser Effekt kehrt sich um (LeverageRisiko, vgl. Finanzierungsstruktur), wenn die Gesamtkapitalrentabilität geringer ist als der Fremdkapitalkostensatz.
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