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Gut, Güter
Güter sind alle der Bedürfnisbefriedigung dienenden Mittel. Der Begriff Güter umfaßt neben Sachgütern auch Dienstleistungen und Nutzungen.
Güter können nach verschiedenen Kriterien unterschieden werden:
(1) Knappheit:
Freie Güter sind in beliebiger Menge zum Nulltarif zu erhalten; wirtschaftliche Güter sind knapp und haben einen Preis. Nur Wirtschaftsgüter sind Gegenstand des Wirtschaftens.
(2) Verwendung:
Konsumgüter dienen Haushalten zur Bedürfnisbefriedigung; Investitionsgüter werden in Unternehmungen zur Erzeugung anderer Güter eingesetzt.
(3) Dauerhaftigkeit:
Dauerhafte Güter (Gebrauchsgüter) geben langfristig ihre Leistungen ab; Verbrauchsgüter können nur einmal genutzt werden.
(4) Beziehung zwischen den Gütern:
Komplementärgüter ergänzen sich gegenseitig (Lampe und Glühbirne), Substitutionsgüter können einander ersetzen (Bier oder Wein).
(5) Reaktion der Nachfrager :
Inferiore Güter werden bei steigendem Einkommen weniger nachgefragt und durch superiore Güter ersetzt (weniger Margarine, mehr Butter).
(6) Präferenzen der Nachfrager:
Homogene Güter sind oder gelten als gleichartig (Zement oder elektrischer Strom von verschiedenen Herstellern), heterogene Güter unterscheiden sich untereinander durch Qualität, Verpackung, Vertriebsweg usw. (unterschiedliche Burgunder-Weine).
(7) Ausschließungsprinzip:
öffentliche Güter (Kollektivgüter) werden staatlicherseits für alle zur Verfügung gestellt:
Niemand ist von ihrer Nutzung ausgeschlossen (Straßen, Brücken, Leuchttürme, Sicherheit); sie sind häufig kostenlos. Private oder Individual-Güter hingegen können nur von jenen Wirtschaftssubjekten genutzt werden, die den geforderten Preis zu zahlen bereit sind. Eine Sonderstellung nehmen meritorische Güter ein (Theater, Schulen, Sport, Museen, Militärparaden, Brauchtumspflege), die zwar als private Güter angeboten werden könnten, aber nach Ansicht der Herrschenden ohne staatliche Unterstützung in zu geringem Ausmaß angeboten und nachgefragt würden. Es ist in der Tat denkbar, daß die Nachfrage nach Schulbildung, Theater und Militärparaden zurückginge, müßten die Nachfrager kostendeckende Preise entrichten.
(8) Reproduzierbarkeit:
Manche Güter sind beliebig vermehrbar (Wollsocken, Kriminalromane, Eier), andere bleiben einmalig (etwa die Mona Lisa von Leonardo da Vinci).
Problem:
(1) Ob es heute tatsächlich noch freie Güter gibt, ist fraglich. Licht, Luft, Sonne und nicht zuletzt Trinkwasser werden stets als Standardbeispiele für freie Güter genannt. Sind diese Güter wirklich zum Nulltarif in beliebiger Menge erhältlich?
(2) Die Grenzen zwischen Konsumgütern und Investitionsgütern sind fließend. Die Schreibmaschine, dienstlich genutzt, gilt als Investitionsgut, privat genutzt ist sie ein Konsumgut.
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