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Internationales Management
Die Bedeutung der Internationalisierung der Betriebswirtschaftslehre (Internationale Betriebswirtschaftslehre) ist seit der Tagung des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V - 1992 in Berlin - mit dem Generalthema »Internationalisierung der Unternehmung als Problem der Betriebswirtschaftslehre« stetig gestiegen. In einer historischen Betrachtung entwickelte sich das Internationale Management wie folgt (vgl. Macharzina/Welge, 1989, S. VE):
1. Export als wesentliche Form der Internationalisierung, so bei Hellauer (1910), Sonndorfer (1910), Oberparlei-ter (1913) und Nicklisch (1926)
2. Intensivierung der Forschungsbemühungen seit 1966 (Sieber, 1966)
a) institutionelle Ansätze, so bei Perndon (1967), Macharzina (1982), Pausenber-ger (1982) und Macharzina/Staehle (1986)
b) funktionale Ansätze, so bei Wclge (1980/1989), Dülfer (1982/1983), Macharzina (1984), Kulhavy (1993) und Meissner (1995)
c) problemorientierte Ansätze, so bei Pau-senberger (1981) und Wacker/Hauss-mann/Kumar (1981).
Ohne die Ansätze zur Abgrenzung der Managementaufgaben im Einzelnen zu diskutieren (vgl. dazu Dülfer, 1997, S. lff), können als Teilfunktionen des Managements die Planung, die Kontrolle, die Organisation und die Führung abgegrenzt werden. Dieselben Teilfunktionen kennzeichnen den Aufgabenbereich des Internationalen Managements. Es soll allerdings originäre Fragestellungen be- bzw. erarbeiten, die sich aus der Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit ergeben.
Konsens herrscht darüber, dass die Pla-nungs- und Entscheidungssituation international agierender Unternehmen im Vergleich zu nationalen Unternehmen weitaus komplexer ist. Demgegenüber wird ein Diskurs darüber geführt, inwiefern eine eigenständige Disziplin »Internationales Management« bzw. eine Internationale Betriebswirtschaftslehre notwendig ist oder ob Problembereiche der Internationalisie-rung nur jeweils eine Ausdehnung der Funktionsbereiche um internationale Aspekte erfordern, im Sinne von »internationale Beschaffung«, »internationale Produktion« usw. Dieser an den Unternehmensfunktionen orientierten Begründung wird zum einen entgegengehalten, dass
- die Beschränkung auf lediglich ausgewählte Entscheidungsbereiche des Unternehmens der Komplexität realer Entscheidungssituationen nicht gerecht wird und daher keine hinreichende Basis der Problemlösung darstellt
- keine Aussage darüber getroffen wird, wann eine Internationalisierung der Unternehmung vorliegt (Internationale Unternehmung).
Neueren, integrativen Auffassungen zufolge muss die Lehre vom Internationalen Management sowohl die Fälle der funktionalen als auch die der institutionalen Grenzüberschreitung berücksichtigen. Zweckmäßig hat sich der Sprachgebrauch erwiesen, dann yon Internationalem Management auszugehen, wenn Interaktionsbeziehungen geknüpft werden, die über die eigenen Staatsgrenzen hinausgehen, und wenn dementsprechend die eigene Unternehmenstätigkeit in irgendeiner Weise grenzüberschreitend erfolgt.
Insgesamt ist das Internationale Management nicht als eine neue betriebswirtschaftliche Funkttons- oder Institutionenlehre, sondern als General-Management-Lehre zu verstehen, dre die Erkenntnisse einer Reihe von Wissenschaften benötigt und nutzt (vgl. Perlitz, 2000, S. 23).
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