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Kausalanalyse
In der Kausalanalyse werden Hypothesentest-Verfahren angewendet, die u.a. als Strukturgleichungs-Methodologie, Kovari-anzstrukturanalyse (Varianzanalyse) oder LISREL-Modelling (LISREL) bezeichnet werden.
Charakteristisch für die Modelle der Kausalanalyse ist die Kombination der Faktorenanalyse zum Test von Messhypothesen mit einem Strukturgleichungsmodell zum Test von Dependenzhypothesen (vgl. Hom-burg/Hildebrandt, 1998, S. 18). Die Kausalanalyse ist damit ist eine Analysetechnik, die weit über die traditionelle Pjadana-lyse hinausgeht. Sie verbindet regressions-bzw. pfadanalytische (Reffxssionsanalyse) mit faktorenanalytischen Elementen (Faktorenanalyse). »Diese Verbindung gestattet es, in einem Untersuchungsschritt nicht nur ein Geflecht von theoretisch hergeleiteten Kausalbeziehungen, und zwar direkter, indirekter oder reziproker Art, zwischen relevanten Größen zu untersuchen, sondern darüber hinaus auch unterschiedliche Messkonzepte für die miteinander verknüpften Variablen in die Analyse einzubc-ziehen« (Nieschlag/Dichtl/Hörschgcn, 1997, S. 787).
Wesentlich für diesen Ansatz ist, dass es gelingt, Messfehler zu identifizieren und zu kontrollieren, welche die Analyse vermuteter Kausalbeziehungen (Kausalität) verfälschen können. Der Ansatz »trägt damit dem Umstand Rechnung, dass viele in der Marketing-Forschung interessierende Variablen theoretische Konstrukte darstellen, also nicht direkt beobachtet, sondern erst über die Zuordnung von Indikatoren empirisch erfasst werden können« (Nieschlag/Dichtl/Hörschgen, 1997, S. 787t).
Das kausalanalytische Verfahren besteht im Wesentlichen aus folgenden Schritten (vgl. Hildebrandt, 1992a, S. 525):
1. Eine verbal formulierte Kausaltheorie, bestehend aus »wenn-dann«- bzw. »je-desto«-Aussagen wird über Variablenbeziehungen in ein Pfaddiagramm übersetzt (Pfadanalyse). Zudem wird für die latenten Konstrukte ein Messmodell angenommen. Die Richtigkeit der angenommenen Beziehungen zwischen den Variablen muss durch das Pfaddiagramm widergespiegelt werden.
2. Das vorliegende theoretische Modell wird durch ein System von (linearen) Gleichungen abgebildet.
3. Die Struktur dieses Systems wird anhand empirischer Daten getestet. Dabei wird mittels der Kovarianzstrukturana-lyse untersucht, ob die im Pfaddiagramm unterstellten Beziehungen, die geschätzten Modell-Parameter, mit den empirischen Daten konsistent sind. »Eine angenommene Kausalstruktur wird als nicht falsifiziert betrachtet oder zu dem Grad akzeptiert, zu dem das Modell die Kovarianzen der Daten reproduziert« (Hildebrandt, 1992a, S. 526).
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