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Kuppelkalkulation
Kuppelkalkulation, auch Koppelkalkulation, ist die Durchführung der Kostenträgerstückrechnung bei Kuppelproduktion.
Die Kuppelkalkulation verfolgt das Ziel, die Gesamtkosten des Kuppelproduktionsprozesses auf die Kuppelprodukte zu verteilen.
Bei Kuppelproduktion sind zwar die Kosten der gesamten Leistungserstellung, nicht aber die der einzelnen Kuppelprodukte feststellbar. Eine verursachungsgemäße Zurechnung der Kosten auf die Einzelprodukte ist nicht möglich. Jede Kostenzurechnung bleibt willkürlich.
Verfahren der Kuppelkalkulation:
In der Praxis haben sich Restwertmethode und Verteilungsmethode als Verfahren der Kuppelkalkulation durchgesetzt.
(1) Restwertmethode (Subtraktionsmethode):
Sie wird angewandt, wenn eines der Kuppelprodukte als Hauptprodukt gilt, während die anderen als Nebenprodukte angesehen werden. Die Nettoerlöse der Nebenprodukte (= Erlöse abzüglich solcher Kosten , die für die Nebenprodukte gesondert anfallen) subtrahiert man von den Gesamtkosten des Kuppelproduktionsprozesses, um so, nach Division durch die Stückzahl, die Restkosten des Hauptprodukts zu erhalten. Zur Selbstkostenermittlung können anschließend noch Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten zugeschlagen werden.
Beispiel: In einer Kokerei betragen die Gesamtkosten für die Herstellung von 50 000 Tonnen des Hauptprodukts Koks und 600 000 m3 des Nebenprodukts Gas insgesamt 3 600 000 EUR pro Monat. Das Gas verursacht zusätzliche Reinigungs- und Aufbereitungskosten von 0,03 EUR je m3 und erbringt im Verkauf 0,30 EUR je m3.
Die Herstellkosten je Tonne Koks errechnen sich wie folgt:
Gesamtkosten der Kuppelproduktion 3 600 000 EUR
- Nettoerlös aus Nebenprodukt (600 000 x 0,27) 162 000 EUR
___________________________________________
= zugerechnete Gesamtkosten 3 438 000 EUR
Gesamtkosten Hauptprodukt
= ________________________________ =
Produktionsmenge Hauptprodukt
3 438 000
= __________________= 68,76 (EUR/t)
50 000
(2) Verteilungsmethode (Äquivalenzziffernmethode):
Sie wird angewandt, wenn die Trennung in Haupt- und Nebenprodukte nicht sinnvoll ist, weil mehrere Hauptprodukte vorliegen. Die Verteilung der Kosten aufgrund von Äquivalenzziffern geschieht im Gegensatz zur üblichen Äquivalenzziffernkalkulation nicht nach der Kostenverursachung (sie ist bei Kuppelproduktion nicht feststellbar), sondern nach der Kostentragfähigkeit. Die Kostentragfähigkeit mißt man meist an Marktpreisen, hilfsweise auch an technischen Größen (Heizwerte bei Kohle, Gas, Öl), Tragfähigkeitsprinzip.
Beispiel: In einem Betrieb werden drei Hauptprodukte zu Herstellkosten von 124 000 EUR pro Monat erzeugt. Die Marktpreise werden als Äquivalenzziffern genutzt. Die Herstellkosten der drei Kuppelprodukte ermittelt man folgendermaßen:
Daten des Beispiels
Berechnungen
Marktpreis = Herstellkosten Herstellkosten
Kuppelprodukt Menge (kg/Mon) Äquivalenzziffer Marktwert (EUR/Mon)
insgesamt
(EUR/kg)
I II II = I ? II IV = 0,8 ? II V = I ? IV
__________________________________________________________
1 4 000 20,00 80 000 16,00 64 000
2 3 000 15,00 45 000 12,00 36 000
3 2 500 12,00 30 000 9,60 24 000
__________________________________________________________
155 000 124 000
¯
Herstellkosten je EUR Marktwert =
Gesamtkosten
________________ =
Gesamtmarktwert
124 000
________ = 0,8
155 000
Siehe Kalkulation bei verbundener Produktion.
Siehe auch: Kalkulation bei verbundener Produktion
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