Wirtschaftslexikon
  Wirtschaftslexikon A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
             
 

 

 

Lagerumschlag

(inventory turnover) gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand im Jahr umgesetzt wird (Umschlagshäufigkeit).

Jahresumsatz = Einstands- oder Verkaufspreise
durchschnittlicher Lagerbestand = 1/2 (Anfangsbestand + Endbestand)
Die Lagerdauer in Tagen (LD) errechnet sich damit:

Beispiel:

Jahresumsatz 10 000 000 ?
durchschnittlicher Lagerbestand 2 000 000 ?

1 Jahr: 360 Tage
L = 5; LD = 72.

Ein Lagerumschlag von 5 p. a. bedeutet eine durchschnittliche Lagerumschlagsdauer von 72 Tagen (= Lagervorrat). Eine Erhöhung des Lagerumschlags und damit eine Verminderung der Lagerdauer ist möglich durch folgende Maßnahmen (Finanzierungsersatz): Rationalisierung, schnellerer Materialdurchfluß, Verminderung der Lagerbestände, organisatorische Änderungen im Beschaffungs- oder/und Absatzbereich (Logistik). Auswirkungen: sinkender Kapitalbedarf, d. h. zur Finanzierung des Umsatzes ist ein geringerer Kapitaleinsatz je Umsatzeinheit notwendig. Damit ergeben sich generell positive Wirkungen auf Rentabilität, Liquidität und Risiko (Kapitalumschlag). Die Maßnahmen sind aber zugleich auf ihre Wirkungen im leistungswirtschaftlich
en Bereich der Betriebswirtschaft zu überprüfen, da sich negative Wirkungen einstellen können.

So ist eine Absenkung zu hoher Lagerbestände in den Eingangslägern mit dem Risiko einer Produktionsunterbrechung im Falle von Lieferungsverzögerungen oder -unterbrechungen (z. B. Streiks) verbunden. Die unternehmensbezogene Beobachtung des Kennzahlenprofils im Zeitablauf bietet u. U. bei Vergleich zum Branchendurchschnitt oder/und Unternehmen gleicher Größe mit gleichem oder ähnlichem Leistungsangebot die Möglichkeit, gewisse Rückschlüsse auf zu hohe oder zu niedrige Lagerhaltung und die damit verbundenen Effekte auf Kapitalbedarf, Rentabilität usw. zu ziehen.


auch Lagerumschlagshäufigkeit; wichtige Kennzahl , die sieh aus dem Quotienten aus Umsatz und durchschnittlichem Lagerbestand ergibt. Bei einem Umsatz von € 800 000 (zu Einstandspreisen) und einem durchschnittlichen Lagerbestand von € 200 000 ist der Lagerumschlag 4.

Die Wirtschaftlichkeit der Lagerhaltung hängt nicht nur vom Verlauf der einzelnen Lagerkostenarten ab, sondern auch von der Geschwindigkeit, mit der die eingelagerten Güter umgeschlagen werden. Diese Umschlagsgeschwindigkeit wird auch als L. bezeichnet und durch folgenden Koeffizienten ausgedrückt: Umschlagskoeffizient = Lagerabgang (Verbrauch) durchschnittlicher Lagerbestand. Die Lagerdauer in Tagen wird folgendermaßen errechnet: Lagerdauer = Rechnungszeitraum in Tagen Umschlagshäufigkeit Eine Veränderung des L. wirkt sich in erster Linie auf die Höhe der Kapital bindung aus; beschleunigt sich der L., dann entsteht ein Kapitalfreiset zungseffekt. Die finanzwirtschaftliche Situation verbessert sich. Vor al lem in Handelsbetrieben ist die Er mittlung der Umschlagshäufigkeit der Artikel eine Wichtige Aufgabe des Management; Überlegungen zur Sor timentsbereinigung knüpfen daran an.

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Lagertyp
Lagerumschlagshäufigkeit

 

 
     
           
Weitere Begriffe : Lohnschwankung Variety seeking behavior Ausgangszollstelle
Wirtschaftslexikon. | Copyright © 2005-2008 All rights reserved. www.wirtschaftslexikon24.net | Impressum