Wirtschaftslexikon
  Wirtschaftslexikon A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
             
 

 

 

Multi Channel-Marketing

Gleichzeitige parallele Nutzung verschiedener Absatzkanäle. Ziel ist es, unterschiedliche Kundengruppen mit unterschiedlichen Distributionskanälen zu erreichen. Die Kanäle sind dabei miteinander verknüpft mit dem Ziel, positive Wechselwirkungen zu erzeugen. Ein klassisches Beispiel für ein solches Vorgehen sind Brauereien, die u.a. über vertraglich gebundene oder freie Gaststätten, über den Lebensmitteleinzelhandel, über Kantinen und/oder Kioske/Tankstellen vertreiben. Positive Effekte können allerdings nur entstehen, wenn in den verschiedenen Kanälen möglichst einheitlich aufgetreten wird, gleichzeitig aber die spezifischen Zielgruppen ausreichend differenziert angesprochen werden. Wichtig sind daher folgende drei Kriterien für eine erfolgreiche Umsetzung von Multi Channel-Marketing: (1) Die Marke muss trotz Mehrkanal-Absatz im Mittelpunkt stehen. Es darf nicht zu einer Vermengung von Marken und Kanälen kommen. Das Vorhandensein mehrerer Marken erfordert dementsprechend für jede Marke eine eigene Multi Channel-Strategie. (2) Notwendig ist eine integrierte Kommunikation in allen relevanten Kanälen. Der Auftritt der Marke in den verschiedenen Kanälen und Medien muss einheitlichen Gestaltungsprinzipien folgen. (3) Es genügt nicht, die unterschiedlichen Absatzwege isoliert zu betrachten. Für die Kunden muss es möglich sein, die Angebot
e jedes Kanals in allen beliebigen Kombinationen zu nutzen. Folgende Beispiele zeigen einige Möglichkeiten:

- Herr D. informiert sich im Netz und vergleicht dort die Preise, er bestellt per Mail und holt die Ware am nächsten Tag im Markt ab. Da er nicht zufrieden ist, schickt er die Ware per Post zurück an den Webshop.

- Frau T. lässt sich im Fachgeschäft beraten, nimmt den Katalog mit, ruft abends die Hotline wegen einer Rückfrage an und bestellt anschließend per Fax, die Lieferung erfolgt zum gewünschten Termin nach Hause.

- Frau M. nutzt erst die Typenberatung, dann die virtuelle Anprobe im Netz zur Vorauswahl ihres neuen Kostüms, sie sendet eine E-Mail mit ihrer Auswahl an ihr Fachgeschäft, am nächsten Tag probiert sie die bereits bereitgelegte Ware dort an und kauft.

- Herr Z. kauft die modischen Anzüge seiner Lieblingsmarke üblicherweise in seinem Fachgeschäft, darüber hinaus erhält er regelmäßig einen elektronischen Newsletter, der ihn über Auslaufmodelle oder Produkte 2. Wahl derselben Marke informiert, bei Gefallen fährt Herr Z. ins Factory Outlet und kauft dort ein.

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Müh-Sigma-Prinzip
Multi-Channel-Distribution

 

 
     
           
Weitere Begriffe : Verbrauchsgüter Jedermann-Einfuhr Letter of Intent
Wirtschaftslexikon. | Copyright © 2005-2008 All rights reserved. www.wirtschaftslexikon24.net | Impressum