Die multivariaten Verfahren analysieren die gegenseitigen Beziehungen zwischen mehr als zwei Variablen. Sie ermöglichen daher aussagekräftigere Berechnungen im Vergleich zu uni- bzw. bivariaten Analyseverfahren der Datenanalyse in der Marktforschung. Wie in Obersicht 100 abgebildet, lassen sich die multivariaten Analyseverfahren danach differenzieren, ob sie eine einseitige Abhängigkeit oder eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen den betrachteten Variablen untersuchen (Depenzenzanalyse oder Interdependenzanalyse).
Bei der Dependenz- oder Abhängigkeitsanalyse handelt es sich um Verfahren, die mit Hilfe der Werte der unabhängigen Variable(n) Aussagen über die abhängige(n) Variable(n) treffen, während es bei der In-terdependenz- oder Unabhängigkeitsanalyse um die Klärung des Beziehungsgefüges zwischen gleichrangigen Variablen geht. Der Abhängigkeitsbegriff ist hier jedoch nur in einem formalen Sinne zu verstehen.
der abhängigen Variable fordern die Distoiminanzanalyse sowie die Baumanalyse und die Kontingenzanalyse, die mindestens zwei unabhängige Variablen berücksichtigen.
Die Anwendungsbereiche der einzelnen Analysen können erweitert werden. Dies ist es bei der Regressions- und Diskri-minanzanalyse möglich, wenn nominale Variablen durch Verwendung binärer Variablen wie metrische behandelt werden (sog. Dummy Variablen). Ordinale Variablen können (mit Informationsverlust) in nominale transformiert werden. Die Obersicht 101 zeigt ausgewählte, typische Fragestellungen, die mit den jeweiligen Verfahren untersucht werden können.