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Pareto-Optimum
benannt nach dem italienischen Nationalökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto (1848-1923), beschreibt einen theoretischen Zustand, bei dem es nicht (mehr) möglich ist, durch eine wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahme auch nur ein Mitglied einer Gruppe oder Gesellschaft besser zu stellen, ohne dass nicht mindestens ein anderes Mitglied schlechter gestellt werden müsste. Das Pareto-Optimum setzt die sog. wohlfahrtstheoretischen Optimalbewegungen
1. des Konsums voraus: Die Grenzrate der Gütersubstitution (– Güter, Substitution) ist für alle Wirtschaftssubjekte gleich; dies ist dann der Fall, wenn für alle Haushalte die gleichen Preisrelationen gelten;
2. der Produktion: Die Grenzrate der Faktorsubstitution bei der Produktion ist für alle Güter gleich, d. h., die zusätzliche Produktion eines Gutes kann nur durch die Produktionskürzung eines anderen Gutes erreicht werden; zusätzlich müssen
3. die Grenzraten der Substitution und der Faktortransformation übereinstimmen.
Ein Pareto-Optimum ist immer nur bei gegebenen individuellen Präferenzen und gegebener Faktorausstattung, gegebener Einkommensverteilung sowie gegebenem Stand der Technik zu bestimmen. Daraus folgt, dass es unendlich viele Pareto-Optima z. B. in Abhängigkeit von der jeweiligen Verteilung gibt. Um verschiedene Pareto-Optima in eine Rangfolge bringen zu können, braucht man deshalb zusätzliche Wertprämissen über die »richtige« Einkommensverteilung in einer Volkswirtschaft.
Im Rahmen der Wohlfahrtstheorie wird versucht, die optimalen Produktions- und Verteilungsbedingungen in einer Gesellschaft abzuleiten: Im privatwirtschaftlichen Sektor ergibt sich die optimale Gütermenge (bei Gewinnmaximierung der Unternehmen und Nutzenmaximierung der privaten Haushalte) durch den Preismechanismus auf vollkommenen Märkten. Es lässt sich eindeutig eine gesamtwirtschaftliche Situation ermitteln, die das Wohlfahrtsoptimum gewährleistet. Sie wird auch als Pareto-Optimum bezeichnet:
Es liegt vor, wenn kein Mitglied einer Gruppe oder der Gesellschaft besser gestellt werden kann, ohne dass gleichzeitig ein anderes schlechter gestellt wird. Was für das Mitglied besser oder schlechter ist, wird von seinen Präferenzen bestimmt. Das Pareto-Optimum ist gegeben, wenn eine Reihe von Bedingungen erfüllt sind:
• Handels- bzw. Tauschoptimum: Die individuellen Austauschverhältnisse (Grenzrate der Gütersubstitution) für die einzelnen Güter sind bei allen Haushalten gleich.
• Produktionsoptimum: Die Austauschverhältnisse der Faktoren (Grenzrate der Faktorsubstitution) sind in allen Unternehmen gleich.
• Die individuellen Güteraustauschverhältnisse (Grenzrate der Transformation) müssen den kollektiven Austauschverhältnissen (kollektiven Grenzraten der Gütersubstitution) entsprechen. Die Voraussetzungen und die Aussagen haben zu Kritik am Pareto-Modell geführt: Sie sind in der Realität nicht erfüllt. Das Modell der vollständigen Konkurrenz ist weder machbar noch wünschbar. In der Realität herrschen Oligopole vor, bei denen die Wirkungen des Preismechanismus der vollständigen Konkurrenz nicht eintreten. Außerdem dürfte es unmöglich sein, kollektive Austauschverhältnisse zu ermitteln, von den Problemen der Nutzenmessung und interpersoneller Nutzenvergleiche ganz zu schweigen. Eine Orientierung der praktischen Wirtschaftspolitik an diesen Erkenntnissen ist daher nicht möglich.
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