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Produktionsfaktoren

sind Güter und Leistungen, die zur Herstellung anderer Güter und Leistungen nötig sind. Die Volkswirtschaftslehre unterscheidet zunächst zwischen Arbeit, Kapital und Natur. Unter dem Produktionsfaktor Arbeit wird jegliche geistige oder physische Arbeit verstanden. Der Faktor Kapital umfasst alle zur Produktion notwendigen Güter wie Maschinen, Anlagen oder Werkstoffe und sollte deshalb genauer als Realkapital bezeichnet werden. Da es kaum noch unbearbeiteten Boden gibt, wird im Gegensatz zur klassischen Nationalökonomie, in der »Boden« ein eigenständiger Produktionsfaktor ist dieser Faktor heute häufig dem Kapital zugeordnet. Der Produktionsfaktor »Natur« umfasst das Klima, die Rohstoffvorkommen und die geographischen Begrenzungen eines Landes. Gelegentlich werden auch die Wirtschafts-, Geld-, Rechts- und Sozialordnung als Produktionsfaktoren angesehen.
Die Betriebswirtschaftslehre unterscheidet folgende betriebliche Produktionsfaktoren: die drei Elementarfaktoren Arbeitsleistung
, Betriebsmittel (wie etwa Maschinen und sonstige Anlagen) und Werkstoffe, also die Stoffe, die mit Hilfe der beiden anderen Elementarfaktoren verarbeitet werden. Neben diesen Elementarfaktoren trägt der so genannte dispositive Faktor Geschäftsleitung, Planung, Organisation, Kontrolle zur effizienten und produktiven Koordination der genannten Elementarfaktoren bei.

Menge an notwendigen Einsatzgütern in Form von Rohstoffen, Vorprodukten, Bauteilen, menschlicher Arbeitskraft, Betriebsmitteln, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie informationellen Dienstleistungen, die den Produktionsprozess überhaupt erst ermöglichen.

Produktionsfaktoren sind alle zur Leistungserstellung im Produktionsprozeß eingesetzten Güter (= Sachgüter und Dienstleistungen) (Inputs).

Arten:
Der betriebliche Leistungsprozeß erfordert den Einsatz von menschlicher Arbeit, von Maschinen, Werkzeugen und Werkstoffen.

Man unterscheidet:
(1) Betriebsmittel:
Das sind alle im Produktionsprozeß verwendeten Gegenstände, die nicht Bestandteile der erzeugten Leistung werden (Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Werkzeuge).

(2) Werkstoffe:
Das sind alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Halb- und Fertigfabrikate, aus denen durch Umformung, Substanzänderung oder Einbau neue Fertigerzeugnisse hergestellt werden.

- Rohstoffe gehen unmittelbar in das zu fertigende Erzeugnis ein (Holz bei Möbelfabrik, Stahlteile bei Pkw-Fabrik).

- Hilfsstoffe gehen in das Erzeugnis ein, sind aber unbedeutend (Farben, Nägel, Nieten).

- Betriebsstoffe werden in der Produktion benötigt, gehen aber nicht ins Produkt ein (Strom, Schmieröl, Reinigungsmittel).

(3) Objektbezogene menschliche Arbeit:
Sie befaßt sich unmittelbar mit dem Produktionsprozeß und ist ausführender Natur.

(4) Dispositive menschliche Arbeit:
Sie bewirkt im Unterschied zur objektbezogenen Arbeit keine unmittelbaren Veränderungen an den Erzeugnissen. Zur dispositiven Arbeit rechnet man die Unternehmungsleitung, Planung, Organisation und Kontrolle.

Problem:
Die Abgrenzung zwischen objektbezogener und dispositiver Arbeit ist oft schwierig, da diese gelegentlich in einer Person vereinigt sind.

Die in einem Prozeß der Leistungserstellung eingesetzten Güter und Dienstleistungen werden als Produktionsfaktoren bezeichnet, weil sie die wesentlichen Einflußgrößen der Produktion sind. Dementsprechend gibt es so viele unterschiedliche Produktionsfaktoren wie es unterschiedliche Güter und Dienstleistungen gibt. Zur Beschreibung der Eigenschaften von Produktionsfaktoren und ihres Einsatzes in der Produktion werden nach unterschiedlichen Kriterien Klassen von Produktionsfaktoren gebildet.
-In volkswirtschaftlicher Betrachtung wird zwischen den FaktorenBoden, Arbeit und Kapital unterschieden; wegen der Nichtver-mehrbarkeit wird der Boden dabei häufig auch noch ausgeklammert und zur Vereinfachung die verbleibenden beiden Produktionsfaktoren als homogen angesehen.
-In betriebswirtschaftlicher Sicht werden die Produktionsfaktorenentweder in elementare und dispositive menschliche Arbeit, Betriebsmittel und Werkstoffe(Gutenberg, E., Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Band 1, Die Produktion, 22. Auflage Ber-lin-Heidelberg-New York 1976, S. 3f) oder in Repetierfaktoren und Potentialfaktoren (HeinenE., Betriebswirtschaftliche Kostenlehre,
3. Auflage Wiesbaden1970, S. 223) eingeteilt.
Bei weitergefaßter Betrachtung der Leistungserstellung und des Faktorbegriffs können auch Geld, Informationen und andere Einflußgrößen in den Kreis der Produktionsfaktoren einbezogen werden; diese Erweiterungen hängen vom Forschungsobjekt und Forschungsziel ab. Die stärkste Differenzierung weist 8 Klassen von Produktionsfaktoren auf (Weber, H. K., System produktiver Faktoren, in: Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung Band 32/1980, S. 1059 ff).

 

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