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Rentabilitätsrechnung

Rentabilitätsrechnung (Rentabilitätsvergleich, Return on Investment = ROI) ist ein statisches Verfahren zur Beurteilung von Investitionen, bei dem die tatsächliche Rentabilität eines Objekts mit dem von der Unternehmungsleitung festgelegten Mindestwert verglichen wird. In Frage kommen nur Objekte, die den Mindestwert erreichen oder überschreiten.

Dabei gilt: Rentabilität ist der Quotient von Gewinn und Kapital.

Bei Erweiterungsinvestitionen errechnet sich die Rentabilität Rent, indem man den auf die Erweiterungsinvestition entfallenden Gewinn zu ihrem Kapitaleinsatz in Relation setzt. Bei Rationalisierungsinvestitionen treten die durch sie ermöglichten Minderkosten an die Stelle des Gewinns.

Rent = Gewinn (EUR/Jahr) / Kapitaleinsatz (EUR) ; (Erweiterungsinvestition)


Rent = Minderkosten (EUR/Jahr) / Kapitaleinsatz (EUR) ; (Rationalisierungsinvestition)


Sachlich gibt es zwischen den beiden Ansätzen keinen Unterschied, da Minderkosten unmittelbar zu Gewinnsteigerungen führen.


Rent = investitionsbedingte Gewinnveränderung / durchschnittlich gebundenes Kapital


Rent = DG / DGK


Problem
:
(1) In der Praxis ist die Bestimmung des Kapitaleinsatzes = durchschnittlich gebundenes Kapital = DGK sehr schwierig. Sie erfolgt oft pauschal, wobei insbesondere drei Methoden genannt werden:

(a) Kapitaleinsatz = Hälfte der Anschaffungsauszahlung (DGK = A/2):Das ist die häufigste Vorgehensweise in der Praxis. Sie kann sinnoll sein, wenn sich das investierte Kapital während der Nutzungsdauer des Objekts kontinuierlich vermindert und der Restwert gleich Null ist (R = 0).

(b) Kapitaleinsatz = volle Anschaffungsauszahlung (DGK = A): Der Ansatz der gesamten Anschaffungsauszahlung als durchschnittlich gebundenes Kapital ist meist falsch. Die auf dieser Grundlage ermittelte Rentabilität stellt keine Durchschnittsverzinsung dar, sondern gibt die Verzinsung des ersten Nutzungsjahres an.

(c) Kapitaleinsatz = jeweiliger Restwert/ Buchwert: Bemißt man den Kapitaleinsatz nach der Höhe des jeweiligen Restwertes oder Buchwertes, dann erhält man häufig im Zeitablauf steigende Jahresrentabilitäten. Der Restwert/Buchwert nimmt von Jahr zu Jahr ab, und es sinkt die Größe, durch die man den Periodengewinn dividiert. Aus den so erhaltenen Jahresrentabilitäten wird ein Durchschnittswert errechnet.

(2) Des weiteren ist die inhaltliche Ausfüllung des Gewinnbegriffs im Hinblick auf die Berücksichtigung von Zinsen und Abschreibungen problematisch.

(3) Darüber hinaus weist die Rentabilitätsrechnung die allgemeinen Schwachstellen der statischen Investitionsrechnungsverfahren auf.

Hinweis:
Im praktischen Fall empfiehlt es sich, die Rentabilitätsrechnung durch ein dynamisches Investitionsrechnungsverfahren zu ersetzen, z. B. durch die interne Zinsfuß-Methode, die dem Denken der Rentabilitätsrechnung relativ nahe kommt, ohne ihre Grundsatzfehler zu übernehmen.

Die R. ist ein statisches Verfahren der Investitionsrechnung. Grundsätzlich haften ihr deshalb alle Mängel an, die für diese Gruppe von Investitionsrechenverfahren allgemein zutreffen. Während bei der Kostenvergleichsmethode und der » Gewinnvergleichsmethode als Entscheidungskriterium für die relative Vor-teilhaftigkeit von Investitionsalternativen absolute Wertgrößen Verwendung finden, ist der Rentabilitätsgrad das Entscheidungskriterium bei der R. eine relative Größe. Der Gewinn eines Jahres wird zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz ins Verhältnis gesetzt.
Rentabilitätsgrad = durchschnittlicher Periodengewinn durchschnittlicher Kapitaleinsatz
Eine Investition gilt als vorteilhaft, wenn der Rentabilitätsgrad eine geforderte Mindestverzinsung übersteigt. werden in der Formel kalkulatorische Eigenkapitalzinsen als Kostenfaktor angesetzt, so ist die Vor-teilhaftigkeit der Investition bereits gegeben, wenn der Rentabilitätsgrad größer als Null ist. Anstelle des durchschnittlichen Periodengewinnes wird aus Gründen der Einfachheit der Datenermittlung häufig mit dem Gewinn der ersten Nutzungsperiode gerechnet.
Die Höhe des durchschnittlichen Kapitaleinsatzes ist abhängig von der Art des Investitionsobjektes. Bei nicht abnutzbaren Investitionsobjekten (z. B. Grund stücke, Wertpapiere) erfolgt keine planmäßige Abschreibung und folglich keine zugehörigen Rückflüsse. Als durchschnittlich gebundenes Kapital sind die gesamten Anschaffungsausgaben (gegebenenfalls korrigiert um einen Liquidationserlös) anzusetzen. Bei abnutzbaren Investitionsobjekten ist durchschnittlich nur die Hälfte der Anschaffungsausgaben gebunden. Als Vorteil der R. ist vor allem zu sehen, daß mit ihr Investitionsalternativen unterschiedlicher Größe verglichen werden können.
Ebenso wie die Gewinnvergleichsmethode ist die R. sowohl auf Ersatzais auch auf Rationalisierungs und Erweiterungsinvestitionen anwendbar. Im Falle der Ersatz oder Rationalisierungsinvestition kann die jährliche Kostenersparnis anstelle des Gewinns angesetzt werden. Wenngleich die R. eine Verbesserung der Gewinnvergleichsmethode darstellt, so gelten dennoch auch hier die beiden gewichtige n Kritikpunkte des Erlöszurechnungsproblems und des Problems der Unsicherheit bei der Erlösermittlung.

 

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