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Shop-in-Shop-Systeme
[s.a. Betriebstypen des Handels] Unter Shop-in-Shop-Systemen werden Ladenkonzepte verstanden, bei denen bestimmte aktuelle Teile des Sortiments als Spezialabteilungen herausgehoben werden. Somit werden hier - meist in großflächigen Einkaufsstätten - bestimmte Sortimentsteile durch ihre Anordnung und Darbietung optisch vom Umfeld abgehoben. Ziel einer derartigen Warenpräsentation ist es häufig, Produkte für bestimmte Kundensegmente oder bestimmte Hersteller bzw. deren Marken in einem abgegrenzten Bereich gebündelt zu präsentieren, häufig in Verbindung mit einem besonderen Service, einer besonderen Ladengestaltung oder über spezielle Displays (vgl. Liebmann/Zentes, 2001, S. 552). Shop-in-Shop-Konzepte finden sich heute vielfach in Warenhäusern im Bereich der Modesortimente. Somit besteht die Verkaufsfläche in diesem Sortimentsbereich aus kleinen abgegrenzten Flächen, auf denen, häufig unter Kontrolle bzw. unter Ausführung der Hersteller, bestimmte Marken präsentiert werden. Es wird somit die herkömmliche Gliederungssystematik der Abteilungen aufgehoben bzw. gelockert. Das Sortiment wird aufgegliedert und im Boutiquenstil angeboten. Ziel ist es somit, eine Profilierung des Anbieters bzw. des Herstellers und seiner Marke und somit des gesamten Angebotes zu erreichen. Somit finden sich dann nicht mehr klassische Abteilungen, sondern Markenshops, in denen sich alle Sortimentsteile wiederfinden. Während die klassischen Formen der Shop-in-Shop-Systeme häufig ein für ein Handelsunternehmen branchentypisches Sortiment umfassen, zeigt sich in der jüngeren Vergangenheit auch eine Ausweitung dieses Konzeptes, indem auf den bestehenden Flächen des Handelsunternehmens Shops mit kontrastierenden oder gar branchenfremden Sortimenten entstehen, bspw. ein Bankshop im Verbrauchermarkt oder eine Wäscherei, ein Friseursalon oder ein Telekomshop im SB-Warenhaus. Dieser Trend geht einher mit der zunehmenden Vermischung von Branchengrenzen, einem Trend, der sich generell heute im Einzelhandel immer stärker zeigt.
Im Zusammenhang mit diesen Konzepten ist zu unterscheiden zwischen reinen Shop-in-Shop-Konzepten, bei denen sich bspw. spezielle Shopecken auf der Verkaufsfläche für das Kernsortiment befinden und solchen, wo um die Kernverkaufsfläche des Hauptsortimentes herum bestimmte Anbieter bzw. Shops in separaten Bereichen angesiedelt sind, bspw. in der Ladenstraße von großen SB-Warenhäusern.
Bei den Konzepten, bei denen auf der Verkaufsfläche des regulären Kernsortimen-tes Shops eingerichtet werden, ist zwischen permanenten Shops und temporären Shops, die etwa im Rahmen von Aktionen auf bestimmten dafür vorgesehenen Rotationsflächen genutzt werden können, zu unterscheiden. Bei Letzteren werden häufig bestimmte Flächen für eine bestimmte Zeit etwa von Herstellern oder Dienstleistungsunternehmen genutzt, um bestimmte Produkte zu vermarkten wie bspw. Neueinführungen.
Das Ziel der permanenten Shops mit branchenfremden Sortimenten ist häufig die Ausweitung des Sortimentes von Handelsunternehmen, um den Konsumenten eine zusätzliche Dienstleistung in Form eines One-Stop-Shopping zu ermöglichen. Da häufig für solche Sortimentsteile kein ausreichend hohes Know-how innerhalb des Handelsunternehmen vorhanden ist, da es sich um branchenfremde Sortimente handelt, wird so auf das Know-how von Herstellern oder Dienstleistem zurückgegriffen, die diese Shops dann für das Handelsunternehmen führen (vgl. Ahlert/Schlü-ter/Vogel, 1999, S. 136f.).
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