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Soziometrie
[s.a. Interaktionsanalyse] Zur Soziometrie zählen Verfahren der empirischen Sozialforschung, welche die Wechselbeziehungen der Individuen und Gruppen sowie deren Struktur und Dynamik metrisch messen und darstellen, um soziale Beziehungen und Strukturen zu analysieren. Die Analyse bezieht sich auf die Frage nach den Variablen, die für bestimmte soziometrische Muster spezifisch sind, und auf die Frage, ob sich auf Grund von soziometrischen Strukturen bestimmte Beziehungsfaktoren voraussagen lassen. Als Variablen oder Beziehungsfaktoren werden einerseits Persönlichkeitsmerkmale wie Alter, Gesellschaft, Einkommen, Intelligenzquotient, andererseits sozio-kulturelle Dimensionen wie der soziale Status (Status, sozialer), Majoritäts- und Minoritätsbeziehungen sowie die Gruppengröße herangezogen (vgl. Atteslander, 1975, S. 257t).
Zur Messung der soziometrischen Beziehungen können verschiedene Indikatoren herangezogen werden. Die Messung kann durch Beobachtung der Interaktionen und durch Befragung der Personen nach ihren Präferenzen erfolgen. Die Soziometrie kommt im Marketing besonders in der Grundlagenforschung zur Anwendung, so zur Messung komplexer Kommunikationsstrukturen auf den Märkten. Die Soziometrie liefert auch geeignete Verfahren zur Ermittlung von Mei-nungs/iihrern, da die Meinungsführer durch ihr spezifisches Kommunikationsverhalten charakterisiert werden können.
Der Nachteil dieser Methoden liegt in ihrem Aufwand, so dass man sich auf kleine abgrenzbare Marktausschnitte beschränken muss. Insbesondere auf Investitionsgütermärkten lassen sich so Kommunikationsnetze und Meinungsführer identifizieren (vgl. Kroeber-Riel/Weinberg, 1999, S. 510).
Bei der Ermittlung von Meinungsführern mit den Methoden der Soziometrie wird das situationsbedingte Kommunikationsverhalten als Indikator gemessen. Man ermittelt die faktischen Interaktionen und Interaktionspräferenzen innerhalb einer Gruppe. Die Ergebnisse werden in einer Soziomatrix und/oder in einem Sonogramm dargestellt. Abgebildet wird also, welche Person mit welchen anderen Personen in Interaktion tritt, bzw. von welcher Person sie sich am ehesten einen Rat einholen würde. Neben den »positiven Wahlen« lassen sich auch Ablehnungen als »negative Wahlen« ermitteln. Durch die Anzahl und Art der empfangenen Wahlen wird der soziometrische Status einer Person gekennzeichnet. Aus der Soziozentralität einer Person, die durch eine überdurchschnittliche Zahl von positiven Wahlen gekennzeichnet ist, kann man auf das Vorliegen von Meinungsführerschaft schließen. Durch Umrechnung der soziometrischen Daten zu Koeffizienten erhält man schließlich quantitative Messwerte zur Beurteilung der sozialen Beziehungen.
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