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Standort
Standort ist derjenige Ort, an dem ein Unternehmen oder ein Teil davon errichtet wird. Auch mehrere Standorte sind also möglich. Eher untypisch in der wirtschafts praxis ist es, dass ein Unternehmen keinen lest en Standort hat wie z. B. der fliegende Händler. Wenn sich nun ein Unternehmen im einem bestimmten Standort niederlässt, dann ist hierfür eine Vielzahl von Aspekten maßgebend. Diese Tatbestände, die als Standortfaktoren bezeichnet werden, bei einflussen die Kosten- und damit die Er-I I agslage eines Unternehmens sehr wesentlich. Die Faktoren lassen sich wie folgt gliedern: allgemeine Faktoren, so z. B. die politische und soziale Situation; die Belastungen eines Unternehmens mit Steuern und Abgaben; die klimatischen Bedingungen; produktionsbezogene Faktoren: so z. B. Grund und Boden und deren Preis; Arbeitskräfte und deren Lohnniveau; Energieversorgung und deren Preis; Infrastruktur und die hierfür fälligen Entgelte (speziell: Verkehrswege, Kommunikationsmöglichkeiten); Verfügbarkeit von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und deren Preis ;
absatzbezogene Faktoren: so z. B. die Nähe und Aufnahmefähigkeit der Absatzmärkte; die Stärke der Wettbewerber.
ist der Ort, an dem ein Unternehmen und insbesondere dessen Betrieb seinen Sitz hat. Der Standort muß sorgfaltig ausgewählt werden, weil Fragen der Beschaffung von Rohstoffen, Energie und Verkehrsleistungen sowie des Arbeitskräftebedarfs und die Nähe zu den Absatzmärkten zu berücksichtigen und gegebenenfalls gegeneinander abzuwägen sind. Auch Fragen der steuerlichen Belastung und der Gewährung von Subventionen sind bedeutsam.
Standorte eines Unternehmens sind die Orte (Plätze, abgegrenzte Räume), denen betriebliches Leistungspotential zur Durchführung der Leistungsprozesse zugeordnet ist. Betrieblicher S. ist der geographische Ort einer Betriebsstätte (z. B. Produktions-, Vertriebs-, Verwaltungsstätte), innerbetrieblicher S. die Lokalisierung der Betriebselemente (z. B. Arbeitsplätze, Werkstätten, Abteilungen) innerhalb einer Betriebsstätte. Groß Unternehmen besitzen i. d. R. mehrere Betriebsstätten (räumliche Dezentralisation). Die betriebliche S. -Struktur (Raumstruktur) eines Mehrbetrieb Unternehmens kennzeichnet die Anordnung seiner Betriebsstätten an verschiedenen geographischen Orten, die innerbetriebliche S. -Struktur die räumliche Verteilung jeweils aller Betriebselemente. Betriebliche und innerbetriebliche S. bzw. S. -Strukturen bilden den Rahmen für die raum-zeitliche Ordnung der Leistungsprozesse. Je nach An dieser Prozesse wird ein Netz von Beziehungen der S. untereinander und zur Umwelt des Unternehmens (besonders den Beschaffungs und Absatzmärkten) aufgebaut. Zur Ingangsetzung und Aufrechterhaltung der Leistungsprozesse sind Transporte von Gütern, Informationen und Personen zwischen der Umwelt (z. B. Wohnplätze von Arbeitskräften, S. von Kunden, Lieferanten und Banken) und den S. des Unternehmens sowie zwischen betrieblichen bzw. innerbetrieblichen S. erforderlich. S. erhalten hierdurch den Charakter von Versorgungs oder Bedarfspunkten (Elemente des sog. logistischen Systems eines Unternehmens).
Die Standortwahl beinhaltet die erstmalige räumliche Zuordnung (bei Unternehmensgründung) oder nachfolgende Veränderungen der räumlichen Verteilung von Unternehmenskapazitäten; sie bildet damit die räumliche Dimension von Investi-tions oder Desinvestitionsentschei-dungen und ist insofern untrennbar mit Wachstums oder Schrumpfungsprozessen eines Unternehmens gekoppelt. Da S. -Änderungen erhebliche Aufwendungen verursachen können (z. B. Kosten der Verlagerung einer Produktionsstätte) und somit die räumliche Mobilität eines Unternehmens mehr oder weniger stark beschränkt ist, sind S. -Entscheidungen sog. konstitutive Entscheidungen, die zusammen mit der Wahl der Rechtsform und Unternehmungszusammenschlüsse sowie der Gestaltung der Organisation die Unternehmensstruktur langfristig festlegen, Standortfaktoren sind raumbezogene Merkmale (S. -Eigenschaften), die sich auf die Zielerreichungeines Unternehmens auswirken und damit die S. -Wahl beeinflussen. Siekönnen sich auf die engere Umgebung eines potentiellen S. (Standorte, lokale), auf das weitere regionale Umfeld (Standorte, regionale) oder auf die Einbindung des S. in nationale und grenzüberschreitendeWirtschaftsräume beziehen (Standorte, nationale/internationale). Von Standortorientierung sprichtman, wenn die S. -Wahl überwiegendan einem Standortfaktor ( bzw. Bündel zusammengehörender Standort-faktoren, z. B. Merkmale des Absatzpotentials) ausgerichtet wird. Eineextreme Form der Standortorientie-rung liegt vor, wenn die aus dem Betriebstyp folgenden materiellen S. Anforderungen nur von wenigen S. I erfüllt werden. Man spricht in diesem; Fall von gebundenen im Gegensatz zu freien S. Standortbindungen anbestimmte natürliche Ressourcen(vor allem Kohlevorkommen) warenwährend der Industrialisierung Ausgangspunkt zur Entwicklung industrieller Ballungsgebiete (Agglomeration), die auch heute noch dieRaumstruktur älterer Industrieländerprägen (z. B. Ruhrgebiet). Während man sich in älteren betriebswirtschaftlichen Standortbestimmungslehren (K. Chr. Behrens) imAnschluß an volkswirtschaftlicheStandorttheorien (A. Weber) um eineSystematisierung und empirische Erfassung von Standortfaktoren bemühte, bildet in jüngerer Zeit dieEntwicklung von Entscheidungsmodellen und -verfahren zur Unterstützung komplexer Standortentscheidungsprozesse einen Schwerpunkt betriebswirtschaftlicher Forschung (Standortkalkulation).
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