Die grenzüberschreitende Steuervermeidung als Folge des internationalen Wettbewerbs gilt als eine der Hauptursachen für die öffentliche Finanznot in Deutschland. Viele inländische und ausländische Unternehmenarbeiten mit ausgeklügelten Steuervermeidungsstrategien. Beim staatlichen Wettbewerb der Standorte um ausländische Investoren werden neben niedrigen Steuersätzen auch steuerliche Sonderkonditionen eingesetzt. Möglichkeiten für
können diese Form der Steuerentlastung allerdings kaum nutzen, was Auswirkungen auf die Unternehmensstruktur eines Landes hat. Damit besteht die Gefahr eines Steuerwettbewerbs zwischen Ländern, der zu einem „Race to the Bottom“ führen kann — zu Steuersätzen auf niedrigstem Niveau. Entscheidend wird sein, ob es zu einer Erosion der Steuerbemessungsgrundlagen bei den mobilen Produktionsfaktoren (Kapital und qualifizierteArbeit) kommt. Untersuchungen zeigen, dass der FaktorKapital zuletzt steuerlich immer weniger belastet wurde. So haben sich die Körperschaftsteuersätze in fast allen EU-Staaten verringert. Auch private Haushalte und Arbeitnehmer neigen immer mehr zu grenzüberschreitenden Steuervermeidungsstrategien, vor allem mobile Haushalte mit hohem Einkommen und größerem Vermögen. Für Bezieher mittlerer Einkommen kommen sie hingegen nur selten in Betracht. Die sinkende Steuerbelastung mobiler Produktionsfaktoren führt — bei unverändertem Ausgabeverhalten des Staates — zu steigender Besteuerung immobiler Faktoren (wenig oder nicht qualifizierteArbeit, Grund und Boden). Auf diese Weise entsteht ein duales Steuersystem mit unterschiedlich hoher Steuerbelastung der mobilen und immobilen Produktionsfaktoren.