| |
|
|
Termingeschäfte
Termingeschäfte sind dadurch charakterisiert, daß der Vertragsabschluß und die Vertragserfüllung zeitlich auseinander fallen. Sie werden nach zwei Kriterien differenziert: Erfüllungsverpflichtung der Vertragsparteien und Standardisierung des Kontraktes. Im Rahmen unbedingter Termingeschäfte haben beide Vertragsparteien eine bindende Erfüllungsverpflichtung. Bei bedingten Termingeschäften hat hingegen eine Vertragspartei ein Wahlrecht zur Erfüllung des Geschäfts (Bsp.: Option). Börsengehandelte Derivate sind hinsichtlich Mengen, Laufzeit und Basiswerten standardisiert (Bsp.: Future). Diese Standardisierung entfällt bei „Over-the-counter-"Derivaten (OTC) (Bsp.: Forward). Die Marktteilnehmer verfolgen mit dem Abschluß von Termingeschäften drei Ziele: Absicherung (Hedging) bestehender Positionen, Spekulation auf eine (erwartete) Veränderung zukünftiger Marktpreis e und Ausnutzung von Preisunterschieden auf verschiedenen Märkten (Arbitrage).
Geschäfte an Börsen oder außerbörslichen Märkten, bei welchen der Preis zum Abschlußzeitpunkt fixiert wird, die Erfüllung jedoch erst per Termin erfolgt. Gegensatz: Kassageschäfte. Dem Gegenstad entsprechend wird zwischen Devisen-, Effekten- und Warentermingeschäften unterschieden. Termingeschäfte werden wie folgt klassifiziert:
(1) feste Termingeschäfte, die in jedem Fall zu erfüllen sind (z. B.: Financial Futures). Hier besteht u.U. die Möglichkeit, die Erfüllung per Prolongation herauszuzögern;
(2) bedingte Termingeschäfte, die einer der beteiligten Parteien die Möglichkeit eröffnen, zwischen Erfüllung und Aufgabe des Geschäfts gegen ein Reuegeld zu wählen. Varianten der bedingten Termingeschäfte sind: Prämiengeschäfte (Vor-, Rückprämiengeschäft), Stellageschäfte, Nochgeschäfte, Optionsgeschäfte.
Unterschieden wird weiterhin in:
(1) Lieferungsgeschäfte (Erfüllung in natura);
(2) Börsentermingeschäfte (Erfüllung durch Kompensation möglich);
(3) Differenzgeschäfte (die Vertragspartner erstatten die Differenz).
Geschäfte an » Börsen, bei denen die Erfüllung des Geschäfts an einem zukünftigen Termin zu in der Gegenwart festgelegten Konditionen (insbesondere Kursen) erfolgt bzw. vorgesehen ist. T. werden zur Absicherung gegen Kursänderungen und aus Spekulationsmotiven heraus abgeschlossen. Termingeschäfte können auf drei Arten von Märkten durchgeführt werden:
a) Auf dem Devisenterminmarkt werden Devisen zu einem zukünftigen Termin zum in der Gegenwartfestgelegten Terminkurs verkauft bzw. gekauft. Ein Kurssicherungsgeschäft liegt z. B. vor, wenn ein Importeur, der in drei Monaten eineZahlung in Dollar zu leisten hat, dieentsprechende Dollarsumme amDrei-Monats-Terminmarkt kauft, umsich gegen einen Anstieg des Dollarkurses abzusichern. Um ein Spekulationsgeschäft handelt es sich z. B., wenn der Käufer von Termindevisendarauf spekuliert, diese zum Terminzu einem höheren Kurs am Kassamarkt dem »normalen« Devisenmarkt verkaufen zu können.
b) Auf Warenterminmärkten werdenKontrakte über in der Zukunft zu liefernde bzw. zu kaufende, weitgehendstandardisierbare Waren z. B. Rohstoffe, Weizen, Kaffee, auch Schweinebäliche -, gehandelt. Kurs bzw. Absatzpreissicherung würde z. B. einFarmer betreiben, der seine erst ineinigen Monaten anfallende Weizenernte per Termin zum heute geltenden Terminkurs verkauft. Ein Spekulant würde z. B. Weizen auf Terminkäufen und auf einen Preisanstieghoffen. Auf Warenterminmärkten wird nur ein geringer Teil der abgeschlossenen Geschäfte tatsächlich erfüllt, da die sogenannte Glattstellungdurch Gegengeschäfte üblich ist. Dieweltweit größte Bedeutung haben dieUS-Warenterminbörsen. In der Bundesrepublik ist dagegen der Warenter-minhandel zum Erliegen gekommen. c) Auf dem Terminmarkt für Wertpapiere werden Effekten per Termingehandelt. In der Bundesrepubliksind nur sogenannte Optionsgeschäfte(seit Juli 1970) erlaubt. Dabei hat derKäufer einer Kaufoption die Wahl zwischen der tatsächlichen Übernahme der Wertpapiere zum Termin oder Dem Verfall seiner Option (entsprechendes gilt für Verkaufsoptionen). Das Engagement beim Wertpapierhandel ist in erster Linie spekulativmotiviert.
Diese Seite als Bookmark speichern :
<< vorhergehender Begriff |
|
nächster Begriff >> |
|
|
|
|
|
|
|