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Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit ist eine Kennzahl, die das Verhältnis von Output- zu Einsatzgrößen mißt. Bei Handeln nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip ist dann (bei Auswahlproblemen) die Alternative zu wählen, die die höchste Wirtschaftlichkeit aufweist. Die Input- und Outputgrößen lassen sich dabei verschieden interpretieren: Bei einer rein mengenmäßigen Betrachtung spricht man von technischer Wirtschaftlichkeit, Technizität oder Produktivität. Meist genügt für zielbezogene Entscheidungen eine Mengenrelation nicht, deshalb sind Input- und Output entsprechend der dem Entscheidungsträger zugrunde liegenden Ziele zu bewerten. Als Output kann dann Ertrag, Leistung oder Nutzen stehen, als Input Aufwand oder Kosten. Verschiedentlich wird Wirtschaftlichkeit nicht als Output/Input-Relation gemessen, sondern als Grad der Erreichung bestimmter Vorgaben.
Effizienzverhältnis (Effizienz) eines Zieles bzw. Zielerreichungsgrad im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln; je nachdem in welchen Dimensionen man Ziel und Mittel abbildet, gelangt man zu einer mengenmäßigen Wirtschaftlichkeit (z. B. Ertrag je Hektar ergibt die Produktivität), einer wertmäßigen Wirtschaftlichkeit (z. B. - Gewinn zu eingesetztem Kapital ergibt die Rendite) oder einer gemischten Wirtschaftlichkeit (z. B. Kosten der aufgeklärten Straftat ergibt die Kostenwirksamkeit).
(1) Wirtschaftlichkeit (W) ist eine Kennzahl, die das Verhältnis von Ertrag und Aufwand bzw. Leistung und Kosten zum Ausdruck bringt:
Wirtschaftlichkeit = Ertrag/Aufwand
Wirtschaftlichkeit = Leistung/Kosten
(2) Wirtschaftlichkeit oder Unwirtschaftlichkeit ist eine Eigenschaft von Investitionen. Eine Investition ist dann wirtschaftlich (vorteilhaft oder lohnend), wenn ihr
- Kapitalwert größer oder gleich Null ist (Kapitalwertmethode),
- interner Zinsfuß mindestens so groß ist wie der Kalkulationszinsfuß (interne Zinsfuß-Methode),
- DJÜ (durchschnittlicher jährlicher Überschuß) größer oder gleich Null ist (Annuitätenmethode).
Problem:
(1) Die Wirtschaftlichkeit ist abzugrenzen gegenüber der Produktivität: Erstere ist stets Wertgröße, zweitere meist Mengengröße.
(2) Die Wirtschaftlichkeit als Kennzahl enthält keine Aussage darüber, ob man dem ökonomischen Prinzip genügt. Dazu müßte eine Größe (Mitteleinsatz oder Ziel) fixiert und die Wirtschaftlichkeit als Relation mit Sollwerten verglichen werden.
Die gelegentlich zu hörende Formulierung, man solle "mit dem geringsten Aufwand den maximalen Ertrag" erzielen, ist eine inhaltsleere Aussage. Richtig muß es heißen: Aus einem vorgegebenen Aufwand ist ein möglichst hoher Ertrag herauszuholen; ein vorgegebener Ertrag ist mit möglichst geringem Aufwand zu erreichen.
Als Wirtschaftlichkeit wird in der Regel das Verhältnis von Ertrag zu Aufwand oder Leistung zu Kosten und umgekehrt als Einsatzwirtschaftlichkeit und Ausbringungswirtschaftlichkeit definiert. Je nachdem, ob in dem Wirtschaftlichkeitsausdruck Ertrag und Aufwand oder Leistung und Kosten verwandt werden, wird auch von Marktwirtschaftlichkeit beziehungsweise Betriebswirtschaftlichkeit gesprochen.
Als Wirtschaftlichkeit kann aber auch das Verhältnis einer Istgröße zu einer Sollgröße bezeichnet werden. Beispielsweise stellt bei einer bestimmten, gegebenen Leistung die Relation von Istkosten zu Sollkosten eine Ausbringungswirtschaftlichkeit dar. Dabei geben Gradwerte über 1 bzw. 100% eine Unwirtschaftlichkeit und Gradwerte unter 1 bzw. 100% eine Wirtschaftlichkeit an.
Die Wirtschaftlichkeit kann im übrigen nicht nur durch einen Quotienten, sondern auch durch eine Differenz gemessen werden. Beispielsweise kann die Differenz von Istkosten und Sollkosten, die in der Plankostenrechnung als Verbrauchsabweichung ermittelt wird, als Wirtschaftlichkeitsabweichung interpretiert werden. Generell ist der Gewinn als Differenz von Ertrag abzüglich Aufwand als Maßstab der Wirtschaftlichkeit anzusehen. Je größer (kleiner) der Gewinn ist, um so größer (kleiner) ist die Wirtschaftlichkeit.
Siehe auch ökonomisches Prinzip
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