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Wirtschaftswunder

Mit diesem Begriff wird der rasche Wiederaufbau der westdeutschen Wirtschaft nach ihrer nahezu vollständigen Zerstörung im 2. Weltkrieg bezeichnet. Wesentliche technische Voraussetzung für diese Entwicklung war die Währungsreform im Jahre 1948, wesentliche geistige Voraussetzung war das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft. Es wird hauptsächlich mit dem Namen des damaligen Bundeswirtschaftsministers Ludwig Erhard in Verbindung gebracht und stützte sich auf das Prinzip des sogenannten »Ordoliberalismus«, das zwar grundsätzlich eine Marktwirtschaft fordert, dem Staat aber Einflußmöglichkeiten zubilligt; um mächtige Sonderinteressen, die die Marktwirtschaft einseitig zu ihren Gunsten verändern wollen und sie damit gefährden, einzuschränken. Diese Wirtschaftsordnung mußte gegen starke Widerstände politisch durchgesetzt werden, weil große Gruppen der Bevölkerung in einer staatlichen Lenkung der Wirtschaft (ähnlich der Planwirtschaft) den einzigen Ausweg aus dem Nachkriegschaos sahen. Gleichwohl verhalf das Beharren von Erhard und seinen Beratern auf der Sozialen Marktwirtschaft der deutschen Wirtschaft zu bisher nie erreichten Erfolgen.

In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Populäre Bezeichnung für die schnelle Erhöhung des Lebensstandards in Westdeutschland in den fünfziger Jahren.

Zu seiner Entwicklung beigetragen haben die Währungsreform. der Marshallplan und der Wiederaufbau der zerstörten Produktionsstätten nach modernsten Gesichtpunkten. Zwischen 1950 und 1960 verdreifachte sich das Bruttosozialprodukt unseres Wirtschaftswunderlandes.

 

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