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Betriebssystem

Nach DIN 44300 versteht man unter einem Betriebssystem die Programme eines digitalen Rechensystems, die zusammen mit den Eigenschaften der Rechenanlage die Grundlage der Betriebstypologie möglichen Betriebsarten des digitalen Rechensystems bilden und insbesondere die Abwicklung von Programmen steuern und überwachen. Die Aufgaben eines Betriebssystems bestehen in der Koordination und Steuerung von Prozessen Betriebsmittelverwaltung Datenverwaltung
d) Kontrolle, Fehlererkennung, Da tensicherung. Meistens wird das Betriebssystem vom Hersteller der EDVAnlage mitgeliefert. Beispiele für Betriebssysteme sind BS2000 (Siemens), DOS (IBM), CP/M (Mikrocomputer). Betriebstypologie Die Auffassung, daß Betriebe nach bestimmten Merkmalen unterschieden und systematisiert werden sollten, kennzeichnet eine Problematik, die insbesondere seit den 30er Jahren bis heute die Betriebswirtschaftslehre beschäftigt. Im einzelnen geht es um die Erfassung und Kategorisierung realer betrieblicher Erscheinungsformen durch Abstraktion und Differenzierung
. Dabei werden, methodisch betrachtet, zwei mögliche Vorgehensweisen postuliert: die Klassifikation und die Typologie. Mit der Klassifikation soll aufgrund des mit ihr erhobenen Anspruchs, eine zielgerichtete Gesamtheit von Elementen und deren Beziehungen zu erfassen (ein »System«), eine eindeutige, exakte Zuordnung der Elemente zu Merkmalsklassen erfolgen. Die Typologie wird aufgrund des mit ihr nicht verbundenen Ganzheitsanspruchs lediglich als eine systematisierende Methode bezeichnet, die i. d. R. typische reale 1CX Erscheinungsformen eines Untersuchungsobjektes (Betrieb) in ihren Elementen und deren Beziehungen darzustellen versucht. Im allgemeinen werden dabei mehrere Merkmale herangezogen, deren Merkmalsausprägungen häufig kontinuierlich abgestuft bzw. nicht klar abgegrenzt sind. Die Zahl der Merkmale ist zwar theoretisch unbegrenzt und dementsprechend die Gliederungsmöglichkeiten, in praxi jedoch sollten sie, je nach Untersuchungsziel, auf das »Wesentliche einer Erscheinungsform« eingeschränkt werden. Dieses »typologische Grund muster«, das aus festgelegten (relevanten) Merkmalen und Merkmalsausprägungen besteht, dient als Basis zur Abbildung betrieblicher Erscheinungsformen. In einem weiteren Schritt werden Anwendungserfahrungen eingebracht und durch »Intuition« und »Konstruktion« typische betriebliche Strukturen gebildet. Anhand einer betrieblichen Datenerhebung werden die so »konstruierten« Typen überprüft. Bei einer Bildung einzelner Typen kann man eindimensionale (nur eine Merkmalsausprägung) und mehrdimensionale (mehr als eine Merkmalsausprägung) Typen unterscheiden. Elementartypen (definiert durch die kleinstmögliche Anzahl von Merkmalen bzw. Merkmalsausprägungen) sollen sog. »charakteristische Erscheinungsformen« der Realität erfassen, wobei durch Merkmalsverbindungen (der Elementartypen) sog Verbund und Kombinationstypen entstehen (z. B. in der Produktion: Einsatz, Prozeß und Programmtypen). In Literatur und Praxis gibt es zahlreiche Vorschläge für die Gliederung (Typisierung) von Betrieben. Um exemplarisch einige zu nennen: Gliederung nach Wirtschaftsbranchen (z. B. Industrie, Handel, Banken, usw.) Gliederung nach Art der erstellten Leistung (z. B. Konsumgüter, Dienstleistungen) Gliederung nach der Betriebsgröße (z. B. Beschäftigtenzahl, Umsatz, usw.) Gliederung nach dem vorherrschenden Produktionsfaktor (z. B. arbeitsintensive, material und anlagenintensive Betriebe). Nach Auffassung der Proponenten der typologischen Methode sei diese geeignet, Betriebe durch die Hervorhebung ihrer charakteristischen Merkmale überschaubar zu machen und zugleich Hilfsmittel für die Bestimmung betriebsindividueller Bedingungen zu sein, um u. a. Betriebsformen, Verfahren, Standorte usw. besser auswählen zu können. Didaktisch gesehen, mag diese Vorgehensweise sicherlich reizvoll sein, jedoch haften ihr gravierende methodologische Mängel an, um einige kurz zu skizzieren: Zusammenstellungen von betrieblichen Merkmalen, die erfahrungsgemäß als relevant betrachtet werden, haben u. a. die Schwäche, daß aufgrund fehlender theoretischer Verknüpfung und damit fehlender Systematik bei der Kennzeichnung verschiedene Begriffsinhalte nicht klar getrennt bzw. bestimmte Merkmale nicht erfaßt werden. Die »theoretische« Entscheidung über die Aufnahme und Gewichtung bestimmter Merkmalsausprägungen führt, je ch Zweck und Zielsetzung, zu verwiedenartiger Gruppierung. Jeder Typusbegriff gestaltet sich somit empirischtheoretisch interpretationsbedürftig, der dann so gesehen, dadurch u. U. überflüssig gemacht wird. Bei der Messung bzw. Skalierung bestimmter »betriebseigener« Attribute treten weitere methodologische Defizite auf, die sich u. a. darauf beziehen, daß, mangels direkter Erfaßbarkeit bestimmter qualitativer Merkmalsausprägungen (vor allem aufgrund fehlender direkter Meßbarkeit), auf Surrogatgrößen zurückgegriffen wird (Problem der indirekten Messung). Beim gegenwärtigen Wissensstand wird es schwierig bzw. unmöglich sein, Qualitätsattribute (z. B. eines Produktes) quantitativ zu messen, d. h. zahlenmäßig darzustellen. Überdies werden die Abbildung bzw. die anschließende Vergleichbarkeit bestimmter Merkmale (innerhalb surrer oder fließender Klassengrenzen) durch Messung auf unterschiedlichen Skalenniveaus interpretationsbedürftig. Insgesamt gesehen stellt die Betriebstypologisierung bezüglich des Denk prozesses wie auch des Denkergeb nisses (Ordnung von Merkmalen) eine heuristischdeskriptive Methode dar, die zur Hermeneutik zu zählen ist.

 

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