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Krisenmanagement
Krisenmanagement ist eine spezifische Form der Führung von Unternehmen. Seine Aufgabe besteht darin, alle Prozesse in der Unternehmung zu vermeiden oder zu bewältigen, die ansonsten in der Lage wären, den Fortbestand der Unternehmung substanziell zu gefährden (vgl. Mette, 1999, S. 330f.). Grundsätzlich kann zwischen einem aktiven und einem reaktiven Krisenmanagement unterschieden werden (vgl. Hahn/Krystek, 1989, Sp. 1220ff.):
- Das aktive Krisenmanagement bezieht sich auf die Früherkennung und Vermeidung von noch nicht akuten Unter-nehmensrisiken (Früherkennung, strategische). Hier kann zwischen potenziellen Unternehmenskrisen (antizipati-ves Krisenmanagement) und latenten Unternehmenskrisen (präventives Krisenmanagement) unterschieden werden.
- Das reaktive Krisenmanagement hat die Bewältigung bereits eingetretener (akuter) Unternehmenskrisen zum Gegenstand. Sind die akuten Unternehmenskrisen beherrschbar, spricht man von einem repulsiven Krisenmanagement, während man bei nicht beherrschbaren Unternehmenskrisen von einem liqui-dativen Krisenmanagement spricht.
In einer umfassenden Betrachtung erstreckt sich auch das internationale Krisenmanagement nicht nur auf die »Bewältigung« von Krisen, sondern insbesondere auf eine Früherkennung und Vermeidung von Krisen (vgl. Mette, 1999, S. 335).
Ursachen von Krisen in internationalen Unternehmen sind Mängel in der Planung, Steuerung und Kontrolle (Führungsfehler) des Unternehmens. Risikofaktoren sind hier u.a. die Führungskräfteauswahl, die Konzernorganisation, ein unzureichendes Informationssystem usw. Zum anderen können Ursachen von Krisen in exogenen, spezifischen Risiken der jeweiligen Gastbzw. Zielländer sowie in der möglichen Multiplikatorwirkung solcher Risiken auf das Gesamtsystem liegen. Besonders hervorzuheben sind politische und wirtschaftliche Risiken, insbesondere das Währungsrisiko internationaler Unternehmen (Länderrisihn).
Krisenvermeidungsstrategien gegenüber politisch induzierten Krisenerscheinungen sind z.B.:
- zeitliche Verzögerung des Markteintritts in latent krisenbedrohte Gastländer
- Desinvestitionen als Einschränkung/ Aufgabe regionaler Geschäftsaktivitäten
- Zentralisierung des Know-hows in ein nicht krisenbedrohtes Land
- Verteilung des Produktionsvolumens auf unterschiedliche regionale/nationale Standorte.
Neben den auf das Gesamtsystem bezogenen Strategien unterscheidet man spezifische subsystembezogene (länderorientierte) Strategien der Krisenvermeidung:
- Abschluss von Investitionsschutzverträgen (Kapitalanlagebesicherung) mit den jeweiligen Gastländern, die die gegenseitigen Rechte und Pflichten von Gastland, Regierung und Auslandsinvestor festlegen
- Bildung internationaler Joint Ventu-res für länderspezifische Aktivitäten
- vertikale Integration in Form einer Verflechtung mit lokalen Zuliefer- und/ oder Weiterverarbeitungsunternehmen.
Treten losgelöst von politischen und/oder spezifischen Wechselkurs-orientierten Krisenursachen Bedrohungen (oder Chancen) in einzelnen Ländermärkten der internationalen Unternehmen auf, dann sind regionalorientierte Offensivstrategien, Umstrukturierungsstrategien sowie Defensivstrategien relevant (vgl. Hahn/Krystek, 1989, Sp. 1230L). Insgesamt müssen Krisen internationaler Unternehmen nicht zwangsläufig nur negative Effekte haben. Sie bieten grundsätzlich auch die Chance, tiefergehende Änderungen durchzuführen, neue Konzeptionen zu entwickeln und erstarrte Strukturen aufzubrechen.
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