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Standorttheorie

(engl. location theory) Die Bestimmung des Standortes eines 3 Betriebes oder der Standortverteilung mehrerer Betriebe ist Gegenstand der Standorttheorie. Die Standorttheorie umfasst Analysen und Konzepte für die Begründung der Standortwahl von Unternehmen, Betrieben und anderen Institutionen. Die Standorttheorie begann mit den Veröffentlichungen von Thünens, Launhardts und Webers. Zwei Ausrichtungen werden besonders häufig in der Standorttheorie diskutiert: die an Transportkosten ausgerichtete Standortbestimmung sowie die Orientierung an der Ausprägung von «Standortfaktoren». Die Standortfaktoren sind Einflussgrößen, die an verschiedenen Orten in unterschiedlicher Ausprägung vorliegen. Beispiele für Standortfaktoren sind Arbeitskosten, Bevölkerungsdichte, Verkehrsanbindung, Energieversorgung und das Steuersystem.

Die an Standortfaktoren orientierte Standortwahl erfasst, analysiert und vergleicht Ausprägungen und Einflüsse von Standortfaktoren und ihren Kombinationen auf potenzielle Standorte. Für die Erarbeitung einer Standortempfehlung werden auch Verfahren
wie die Nutzwertanalyse eingesetzt. Für potenzielle Standorte werden durch eine zusammengesetzte Größe (Nutzwert) Gesamtbeurteilungsbewertungen berechnet und verglichen.

Die auf die Minimierung von Transportkosten ausgerichtete Standorttheorie arbeitet vielfach mit graphischen oder mathematischen Modellen. Beispielsweise wird zwischen vielen in einer Region (Ebene) verteilten Kunden j in den Orten A der optimale Standort einer Unternehmung gesucht, um die Transportkosten KT zu minimieren (Steiner Weber Problem).

Das Symbol k.i beschreibt den Transporttarif pro Mengen und Entfernungseinheit. Die Transportmenge für einen Kunden j wird durch x) beschrieben, während a) die Entfernung vom Standort S zum Kunden j im Ort A darstellt.

Für eine gegebene Anzahl der Kunden j und ihrer Orte A) lassen sich die äußersten Orte so verbinden, dass eine konvexe Punktmenge entsteht (Polygon). Ein Standort außerhalb dieses konvexen Polygons führt zu höheren Transportkosten als die Standorte innerhalb des Polygons. Eine Standortverschiebung verändert einige Entfernungen a). Die Kostenfunktion der Transportkosten ist über dem Polygon streng konvex. Ein gutes Verfahren zur Ermittlung des optimalen Standortes zwischen vielen Kunden in einer kontinuierlichen Ebene ist von Miehle entwickelt worden.

Die Standorttheorie umfasst auch die Analyse von Standortverteilungen. Eine Standortverteilung ist zu bestimmen, wenn nicht ein Betrieb, sondern zwei oder mehr Betriebe zu berücksichtigen sind. In die Planung gehen dann die Aufteilung der Unternehmung in die Zahl der Betriebe, die damit verbundene Entstehung zusätzlicher fixer Kosten (p Kosten, fixe), die Zuordnung der Kunden zu den Betrieben, die Kapazität der Betriebe und die Standortwahl ein. Die Betriebe können auch durch gegenseitige Lieferbeziehungen verbunden sein. Auch für ein Verkehrsnetz, in dem Kunden und Standortpunkte nur auf Kanten und Knoten des Netzes liegen, lässt sich ein optimaler Standort zur Minimierung der Transportkosten und eine optimale Standortverteilung ermitteln. Dies trifft auch für gemischte Wahlmöglichkeiten zwischen kontinuierlichen Flächen und Netzen zu. Zusätzliche Beschränkungen durch gesetzliche Regelungen, geschützte Gebiete, Ländergrenzen und wirtschaftliche Ansprüche sowie Zeit und Risikoaspekte können in der Standorttheorie berücksichtigt werden.

 

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