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Nutzwertanalyse
Nutzwertanalyse (NWA) (Nutzwertrechnung) ist ein Verfahren zur Bewertung von Handlungsmöglichkeiten, die auch an solchen Bewertungskriterien gemessen werden, die nicht in Geld meßbar sind, beispielsweise technische, psychische oder ökologische Tatbestände.
Problem:
(1) Der Gesamtnutzwert ist das Ergebnis einer subjektiven Beurteilung:
Welche Kriterien sind heranzuziehen?
Wie wichtig sind die Einzelkriterien?
Inwieweit bringen die betrachteten Möglichkeiten eine Zielerfüllung?
(2) Der Wert der NWA liegt darin, daß sie die Bestimmungsgründe einer Entscheidung in eine übersichtliche, nachvollziehbare Form bringt, so daß Argumente und deren Gewicht diskutiert werden können.
(3) Die NWA sollte im praktischen Fall nicht isoliert, sondern im Verbund mit einer die finanzielle Seite beleuchtenden Rechnung eingesetzt werden. Bei Investitionsentscheidungen bietet sich das Tandem Investitionsrechnung plus NWA an; beide zusammen bilden eine wichtige Entscheidungshilfe.
Beispiel:
Eine Unternehmung, die aus mehreren Betrieben besteht, unterhält zwischen den Betrieben einen Transportdienst für Post, Akten und Personal, für den mehrere Kleintransporter eingesetzt werden. Die bisherigen Modell e sind in absehbarer Zeit zu ersetzen.
Mit der Nutzwertanalyse wird versucht, die qualitativen Eigenschaften von Investitionsalternativen auf ihren Beitrag zum mehrdimensionalen Zielsystem eines Investors hin zu untersuchen und sie entsprechend ihrem Nutzen zu ordnen. Diese Ordnung orientiert sich an den Nutzwerten der Alternativen. Der Nutzwert ist ein quantitativer Ausdruck für den subjektiven Wert, den eine Investition für die Zielerreichung hat.
Die Nutzwertanalyse ist ein Verfahren zur Analyse und Bewertung komplexer Handlungsalternativen mit dem Zweck, diese entsprechend den Präferenzen des Entscheidungsträgers im Hinblick auf sein Zielsystem zu ordnen. Das Zielsystem ist in der Regel durch konkurrierende Zielsetzungen gekennzeichnet. Die optimale Handlungsalternative wird mit Hilfe des Nutzwertes als Entscheidungskriterium bestimmt. Der Nutzwert stellt den durch den Entscheidungsträgerbestimmten subjektiven Wert einer Handlungsalternative dar.
Die Verfahren der Investitionsrechnung beurteilen die Vorteilhaftigkeit von Investitionsprojekten nach einem eindimensionalen Zielsystem. Verwendung können überdies nur Kriterien finden, die sich eindeutig ökonomisch quantifizieren lassen. Die Nutzwertanalyse will die Beurteilung einer Handlungsalternative anhand mehrerer Zielkriterien ermöglichen und darüber hinaus auch nicht bzw. schwer quantifizierbare Kriterien berücksichtigen. Hierdurch empfiehlt sich die Nutzwertanalyse besonders für immaterielle Investitionen, die sich den herkömmlichen Investitionsrechenverfahren weitestge-hend entziehen (z. B. Ausbildung, Forschung, Reorganisationsmaßnahmen u. ä.).
Die Nutzwertanalyse erreicht dieses Ziel, indem sie den Handlungsalternativen dimensionslose Nutzenwerte zuordnet, der Art, daß ein Teilnutzen Njj je Handlungsalternative und Zieldefiniert wird. Das Verfahren läuft Grundsätzlich in folgenden Schritten ab: 1Aufstellen eines Katalogs von Zielkriterien,
sowie unter Umständen bei der Bestimmung der Rechenvorschrift, nach der die gewichteten Teilnutzen zum Gesamtnutzen zusammengefaßt werden (z. B. Addition oder Multiplikation der gewichteten Teilnutzen).
Den unbestreitbaren Vorteilen der Nutzwertanalyse (mehrdimensionales Zielsystem und Anwendbarkeit für Nicht-Rendite-Objekte) steht als Nachteil die Aufwendigkeit des Verfahrens gegenüber.
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