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Segmentbilanz

Als Segment (S) gilt jede isolierbare Untereinheit (Produktgruppe, Geschäftszweig, profit center etc.) innerhalb einer diversifizierten Wirtschaftseinheit (»Mehrbereichs«-Un-ternehmung, -Konzern). Diversifikation (Diversifizierung D) bezeichnet den Prozeß einer Ausweitung des Absatzprogramms auf heterogene Produkte; als aktive, planmäßige Politik setzte sie erst nach dem 2. Weltkrieg ein, nahm bis Anfang der 70er Jahre erheblich zu und stagniert seitdem auf hohem Niveau. Unter S. -Bi-lanz (i. w. S. incl. S. -Erfolgsrechnung) wird der auf eine bestimmte Untereinheit begrenzte Ausschnittdes Jahresabschlusses (Konzernabschlusses) der Gesamteinheit verstanden. Eine S. -Bilanzierung ist für die interne Führung, aber auch zur externen Kontrolle eines jeden Mehrbereichs- Unternehmens unumgänglich, da die meist erheblichen Erfolgs- und Risikounterschiede zwischen den Segmenten die Bestände, Aufwendungen und Erträge un aufge-gliederter Abschlüsse zu Konglomerat
en und die Erfolge zu globalen Durchschnittswerten werden lassen, die insbes. während eines D-Prozesses (Änderung der S. -Relationen) aussagelos sind. Empirische Erhebungen bestätigen die überragende Bedeutung von S. -Daten für alle Grund legenden Entscheidungen di-versifizierter Unternehmen. Amerikanische, englische und bestimmte deutsche Unternehmen (Versicherungen, Eigenbetriebe) unterliegen seit langem einer Pflicht zur Veröffentlichung von S. -Erfolgsrechnungen (teils auch der S. -Anlagen); die4. und 7. EG-Richtlinie zum Jahres und Konzernabschluß sowie der Entwurf des deutschen Transformationsgesetzes sehen die Publizität der S. -Umsätze aller Kapitalgesellschaften vor. Die bilanztheoretische Konzeption einer systematischen S. -Bilanzierung, die Segmentierungstheorie, fußt auf einer Umkehrung der zur Konzernbilanzierung entwickelten Konsolidierungstheorie; die Segmentierungsschritte sind:
1. (statt Zusammenfassung:) Aufgliederung des betriebsbedingten Teils eines jeden Jahres-(Konzern-) Abschlußpostens nach Segmenten. Die Restbeträge gehen in den Abschluß des Neutralen (Allgemeinen) Bereichs ein;
2. (statt Einheitstheorie:) aus der Unabhängigkeitsfiktion eines jeden Segments folgen (a) Erhöhung der S. -Bestände, -Aufwendungen und -Erträge um zwischengewinne, (b) Einbuchung der Kontokorrentsalden und -zinsen aus intersegmentärem Lieferungsverkehr sowie (c) Einbuchung von S. -Eigenkapital und von Beteiligungen des Allgemeinen Bereichs an den Segmenten.
Lit.: Haase, Klaus Dittmar: Segment-Bilanzen, Wiesbaden 1974; ders.: Segmentplanung und -bilanzierung, in: Agplan-Handbuch zur Unternehmensplanung, hrsg. von J. Fuchs und K. Schwantag, 3. Band, Berlin o. J.

 

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