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Aktienindizes

(engl. stock/share index) Ein Aktienindex soll die Kursentwicklung eines Aktienmarktes oder einzelner Aktiengruppen (Aktie) widerspiegeln und Aktionären als Tendenzmesser dienen. Je nach Umfang und Berechnungsmethode unterscheiden sich Aktienindizes in ihrer Aussagekraft.

Der 1988 eingeführte Deutsche Aktienindex (DAX) enthält die 30 größten und umsatzstärksten deutschen börsennotierten Aktienwerte. Der DAX repräsentiert damit mehr als 70 Prozent des gesamten Grundkapitals inländischer börsennotierter Aktiengesellschaften und über 75 Prozent der in deutschen Beteiligungspapieren getätigten Börsenumsätze (p Börse). Die eingehenden Kurse werden um Kapitalveränderungen (Kapital) und Dividendenzahlungen (÷ Dividende) bereinigt. Dadurch kommt die tatsächliche Kursveränderung zum Ausdruck. Man spricht von einem Performance ndex.

Der MDAX (M steht für Midcap und bezeichnet Aktien mit mittelgroßer Börsenkapitalisierung) wurde im Januar 1996 von der Deutschen Börse
AG als Aktienindex an der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt. Er bezieht sich auf die 70 variabel gehandelten Aktien, die in Bezug auf Marktkapitalisierung (Börsenbewertung; Unternehmenswert, Unternehmensbewertung) und Börsenumsatz unmittelbar den 30 DAX Werten folgen. Er umfasst damit die Menge der im DAX 100, aber nicht die im DAX enthaltenen 30 Werte. Dadurch entsteht eine eigenständige Wertegruppe, deren Marktentwicldung nicht durch das Übergewicht der 30 DAX Werte überdeckt wird. Der MDAX gibt damit ein Bild der Wertentwicklung der Aktien der «zweiten Reihe». Er wird grundsätzlich sowohl als Performance ndex als auch als Kursindex kalkuliert.

Während im DAX die 30 größten Aktiengesellschaften indexmäßig zusammengefasst sind, der MDAX die nach der Marktkapitalisierung folgenden 70 größten Aktiengesellschaften umfasst, bleiben die kleinen Gesellschaften außerhalb dieser Aktien ndizes. Hierbei handelt es sich um rund 350 börsennotierte Small Caps. Um die Attraktivität dieser kleineren Börsenwerte zu erhöhen, hat die Deutsche Börse den SMAX ektor am 26.4.1999 mit zunächst 25 Unternehmen eingeführt. In dieses Segment, das inzwischen über 100 Werte umfasst, sollen Unternehmen aufgenommen werden, die eine offensive Informationspolitik betreiben, einen Anteil frei handelbarer Aktien von mindestens 20 v. H. haben und von einem festen Betreuer einer Bank oder von einem Emissionshaus begleitet werden. Anders als bei den Aktien des TecDAX (bis April 2003 am Neuen Markt notiert) muss es sich bei den Unternehmen im SMAX nicht um junge Wachstumsunternehmen aus innovativen Branchen handeln. Ende Juni 1999 wurden die SMAX Werte offiziell im SDAX als eigenem Index an der Börse erfasst.

Die Deutsche Börse AG hat in Zusammenarbeit mit der Pariser und Schweizer Börse sowie dem US Nachrichtenkonzern Dow Jones neue Aktienindizes entwickelt, die den Marktveränderungen durch die Einführung der Einheitswährung Euro in den Beitrittsländern der Europäischen Wirtschafts und Währungsunion (EWWU) Rechnung tragen. Seit 1. 1. 1999 erfolgt der Börsenhandel in diesen Ländern auf EuroBasis. Die Bezeichnung STOXX als lautmalende Umschreibung des englischen Wortes «stocks» für Aktien ist ein Anklang an das gut eingeführte Kürzel DAX. Dass die wichtigsten Marktteilnehmer im internationalen Bereich aus dem angelsächsischen Raum stammen, ist eine plausible Begründung für diese Namenswahl. Folgende Indizes werden dabei unterschieden: 1. Euro STOXX 50: Der im Bereich des Euro entstehende Wirtschaftsraum wird in Form des Dow Jones Euro STOXX 50 abgedeckt. Die in ihm enthaltenen 50 Spitzenwerte wurden nach den Auswahlkriterien Marktkapitalisierung, > Liquidität und Branchenzugehörigkeit bestimmt. Alle EWWU Länder (bis auf Luxemburg und Österreich) sind mit sehr unterschiedlichen Anteilen vertreten. Wie der DAX unterliegt auch der Euro STOXX 50 einer regelmäßigen Überprüfung und Anpassung seiner Zusammensetzung an veränderte Marktverhältnisse. Insgesamt elf bisher schon im DAX vertretene deutsche Aktien sind auch im Euro TOXX 50 ndex enthalten. 2. Dow Jones STOXX 50: Neben den Euro STOXX 50 tritt der STOXX 50, der die NichtEWWU Länder einbezieht. In diesem ebenfalls 50 Werte umfassenden Blue Chips ndex sind die Gewichtungen deshalb anders. 3. Dow Jones STOXX und Dow Jones Euro STOXX: Hierbei handelt es sich um breiter gefasste Indizes, die jeweils rund 80 v. H. der Marktkapitalisierung der europäischen Aktienmärkte abdecken. Der Dow Jones STOXX umfasst 645 Titel aus 16 europäischen Ländern; der enger gefasste, auf die EWWU beschränkte Dow Jones Euro STOXX beinhaltet 324 Werte aus den 11 Teilnehmerländern. In beiden Indizes sind jeweils 41 deutsche Titel enthalten.

In den USA sind der Dow Jones ndex und der Standard & Poor’s 500 ndex die wichtigsten Aktienindizes. Der Dow Jones ndex (DJI) wird von der Börsenzeitung (Wall Street Journal) und der Dow, Jones & Co. für die New Yorker Aktienkurse von 30 Industrie , 20 Eisenbahn und 50 Versorgungswerten bereits seit 1897 ermittelt. Einerseits wird der Dow Jones aufgrund der schmalen Basis hinsichtlich seiner Aussagefähigkeit zur Börsenentwicklung angezweifelt, andererseits wird er jedoch zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der US Wirtschaft herangezogen. Der Dow Jones ndustrial ndex (DJII) erfasst als Spezialindex die Entwicklung der 30 umsatzstärksten Aktien marktführender Unternehmen in den USA. Der Dow Jones Transportation ndex (DJTI) stützt sich im Unterschied hierzu auf 20 Aktien führender Transportunternehmen der USA (Eisenbahn , Luftverkehrswerte usw.). Der Dow JonesWorld tock ndex repräsentiert die Notierungen von 2200 Aktien aus mehreren Ländern, wobei die Aktienkurse in 120 Gruppen zusammengefasst werden. Er wird seit 1993 ermittelt. Diese Indizes verdanken ihre hohe Popularität vor allem der umstrittenen Dow Theorie, nach der Entwicklungsprognosen angeblich aus Bewegungen und bestimmten Trends der Indizes antizipiert werden können. Sie geht auf C. H. Dow, den Schöpfer des Dow Jones ndex, zurück.

Der Standard & Poor’s 500 ndex (S&P 500) ist neben dem Dow Jones ndex ein weiterer bedeutender Aktienindex in den USA. Ihm liegen 500 nach ihren Marktwerten gewichtete Aktienkurse nahezu aller Bereiche der amerikanischen Börsen zugrunde. Darunter befinden sich insbesondere Unternehmen der Versorgungsindustrie, der Finanzbranche und des Transportwesens. Er wird seit 1957 von der Standard & Poor’s Corporation (S&P) publiziert und gilt als einer der zwölf Leading Indicators der US merikanischen Konjunkturanalyse (p Konjunktur). Ein weiterer populärer Aktienindex ist z. B. der Nikkei ndex in Japan.

 

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