| |
|
|
Forward Rate
Course a Terme, Terminkurs Preis für den An- sowie Verkauf einer Ware (zum Beispiel Aktien, Devisen, realwirtschaftliche Güter wie Gas, Heizöl, Baumwolle) per Termin. Standardisierte Termingeschäfte, deren Handelsabwicklung über Clearinghäuser an Börsenplätzen erfolgt, werden als Financial oder Commodity Futures bezeichnet. Die Bewertung von Terminpreisen erfolgt im Rahmen arbitragefreier Bewertungsansätze (Arbitrage). Bei zeitkontinuierlicher Bewertung resultiert für den Terminpreis auf Aktien- bzw. Aktienindices:
wobei F den Terminpreis, S den Kassapreis, e die Eulersche Zahl, r die Marktkapitalisierungsrate, g die als konstant unterstellte durchschnittliche Wachstumsrate der Dividendenströme der Werte im Index (mit r > g), T den Fälligkeitszeitpunkt des Termingeschäfts und t den aktuellen Zeitpunkt bezeichnet. Der Terminpreis ergibt sich demnach aus der Aufzinsung des Kassapreises, und liegt somit bis zum Fälligkeitszeitpunkt oberhalb des entsprechenden Kassapreises (Forward Rate Premium). Würde der Terminpreis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht dem rechnerisch aufgezinsten Kassapreis entsprechen, so entstünde ein Free Lunch, den Arbitrageure eliminieren würden. Liegt zum Beispiel der Terminpreis oberhalb des aufgezinsten Kassapreises, so würden die im Index enthaltenen Aktien entsprechend deren Gewicht in der Kasse gekauft (analog könnte auch ein Indexzertifikat erworben werden) und gleichzeitig per Termin wieder verkauft werden (Cash and Carry Arbitrage). Während bei Aktien der Terminkurs stets oberhalb des Kassapreises liegt, ergeben sich bei Devisen oder bei realwirtschaftlichen Gütern (zum Beispiel Gas oder Heizöl) leichte Modifikationen in der Bewertung. Bei Devisen gilt es die Zinsdifferenz zwischen dem inländischen und dem ausländischen Zinsniveau zu berücksichtigen. Liegt dann die ausländische Verzinsung oberhalb des inländischen Zinsniveaus, so wird die ausländische Währung per Termin mit einem Abschlag gehandelt (Forward Rate Discount). Bei Waren sind im Bewertungsansatz zusätzlich die Lagerhaltungskosten, die wie eine negative Dividendenwachstumsrate wirken, sowie die Convenience Yield zu berücksichtigen. Dieser Terminus erfaßt den Vorteil, der einem Anleger entsteht, wenn er eine bestimmte Ware im Bestand hält. Existiert eine Situation, in der die Convenience Yield die Summe aus Lagerhaltungskosten (in Prozent) und Marktkapitalisierungsrate überkompensiert, so wird der Terminpreis vom Kassapreis abgezinst bewertet.
Diese Seite als Bookmark speichern :
<< vorhergehender Begriff |
|
nächster Begriff >> |
|
|
|
|
|
|
|