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Inflation

(aus dem Lateinischen inflare = aufblähen) Ausdruck für Preisniveausteigerungen und damit sinkende Kaufkraft des Geldes. Nach dem Tempo der inflatorischen Entwicklung bzw. nach dem Ausmaß der Preissteigerung unterscheidet man zwischen schleichender (bis ca. 7 % p. a.), trabender und galoppierender (ab ca. 20 % p. a.) Inflation. Die Inflation resultiert aus einem Missverhältnis zwischen dem Angebot an und der monetären Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen. Inflationsursachen und Arten:
1. Bei der nachfrageinduzierten Inflation resultiert der das Preisniveau steigernde Impuls aus einer das gesamtwirtschaftliche Angebot übersteigenden Nachfrage von privaten und öffentlichen Haushalten, Unternehmen und dem Ausland. Durch die Steigerungen des Preisniveaus kommt es zu einer wertmäßigen Anpassung zwischen Angebots-und Nachfragemengen, die inflatorische Lücke wird geschlossen.
2. Bei der angebotsinduzierten Inflation ist zu unterscheiden zwischen der Kostendruckinflation (resultierend aus dem Bestreben der Unternehmen, steigende Faktorkosten
, z. B. für Lohn, Rohstoffe und/oder Steuern, über die Preise auf die Abnehmer abzuwälzen) und der Gewinndruckinflation, zu der es dann kommt, wenn der Spielraum zur Preisgestaltung der Unternehmen infolge fehlender Konkurrenz entsprechend groß ist.
3. Bei einer importierten Inflation kommt es zu einer Inflationsübertragung aus dem Ausland.
Letztlich resultiert aber jede Inflation aus einer die realen Angebotsmöglichkeiten überschreitenden Vergröfl’erung der Geldmengen.

Die Inflation ist eine anhaltende Preisniveausteigerungen bzw. Kaufkraftschwund des Geldes. Die Entstehung der Inflation wird allgemein in der Existenz einer inflatorischen Lücke gesehen. Sie ist gegeben, wenn das Güterangebot unterhalb der monetären Gesamtnachfrage liegt.

Problematisch sind Fragen der Inflationsmessung. Welcher Preisindex gilt als repräsentativer Indikator (z. B. Preisindex der Lebenshaltung, Preisindex für das Bruttoinlandsprodukt)?

Welches Wägungsschema (Paasche-Index, Laspeyres-Index) wird in diesem Zusammenhang verwendet?
Nach dem Ausmaß der Preisniveausteigerung in einer Zeiteinheit wird zwischen schleichender, trabender oder Hyperinflation unterschieden.

Finanzwirtschaftlich ist die Inflation für die Unternehmung von erheblicher Bedeutung, da sie einerseits wachsenden Kapitalbedarf induziert, andererseits die Kapitalgeber in Phasen anhaltender Preisniveausteigerungen nicht mehr bereit sind, das Geldentwertungsrisiko allein zu tragen. Sie werden dann versuchen dieses Risiko auf die Kapitalnachfrager abzuwälzen. Instrumente hierfür sind Wertsicherungsklauseln und die Verkürzung der Kapitalüberlassungsdauer bei gleichzeitiger periodisch revolvierender Zinsanpassung in Koppelung an einen Referenzzinssatz mit Risikozuschlag.

In der sozialistischen Wirtschaftslehre: (lat. das Sichaufblasen) Dauerhafter Anstieg des gesamtwirtschaftlichen Preisniveaus, das heißt des Durchschnitts aller Einzelpreise.

Umgekehrt läßt sich Inflation auch als anhaltender Kaufkraftverlust des Geldes beschreiben. Inflation entsteht, wenn die Geldmenge einer Volkswirtschaft stärker steigt als die Warenproduktion. Als ein bestimmendes Merkmal der chronischen Währungskrise beeinflußt sie mittelbar oder unmittelbar alle Gebiete der Ökonomie. Die laufenden Preiserhöhungen führen zu einer permanenten Geldentwertung, was in einer ständig sinkenden Kaufkraft zum Ausdruck kommt.

>Deflation

Unter Inflation versteht man den Prozess anhaltender Preisniveausteigerung, der sich in dem Verlust bzw. in der Verschlechterung des realen Geldwertes niederschlägt. Als Ursachen der Inflation sind hervorzuheben (vgl. Dieckheuer, 1998, S. 265ff.; Woll, 2000, S. 546f.):

- Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage übersteigt das gesamtwirtschaftliche Angebot (Nachfrageinflation).

- Gestiegene Kosten werden auf Preise überwälzt (Kosteninflation).

- Preissteigerungen im Ausland greifen auf dem Weg über den Außenhandel auf die heimischen Märkte über (importierte Inflation).

Auf Grund des pauschal anzunehmenden inversen Zusammenhangs zwischen der Inflationsrate eines Landes und dem Außenwert von dessen Währung hat die Inflationsrate einen unmittelbaren Einfluss auf das Angebot und die Nachfrage auf internationalen Märkten. Im Fall der Verschlechterung des Geldwertes (z.B.) des Euro (im Verhältnis zum US-Dollar) resultieren für international beschaffende Unternehmen aus dem Euro-Raum höhere Beschaffungskosten (gemessen in Euro/US-Dollar-Relationen). Für international anbietende Unternehmen aus dem Euro-Raum bedeutet eine Verschlechterung des Geldwertes des Euro - unter Annahme unveränderter Verkaufspreise (in US-Dollar) eine inflationsbedingte Umsatzsteigerung (in Euro).

Anhaltender, über mehrere Perioden sich erstreckender Prozess allgemeiner Preissteigerungen in einer Volkswirtschaft und damit hoher Geldentwertung bzw. hohen Kaufkraftverlustes. Starkes Ansteigen auch der Geldumlaufgeschwindigkeit. Werden die Preise durch staatliche Massnahmen künstlich gestoppt, bilden sich »schwarze« mit freier Preisbildung. Allgemein tritt eine Flucht in als wertstabiler als Geld- bzw. Nominalwerte angesehene Sachwerte ein. Verringert den Realwert von nominalen Vermögenspositionen und anderen Nominalgrössen. Geht grunds. zu Lasten der Gläubiger und wirkt zu Gunsten der Schuldner. Wird durch die Zentralbank mit Hilfe ihres geldpolitischen Instrumentariums zu vermeiden bzw. zu bekämpfen versucht. Da sich Zinsen nicht generell oder unmittelbar an Inflationsraten anpassen, verringert Inflation den Realzins.

 

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