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Lohnpolitik

Die Lohnpolitik war in der Vergangenheit häufig Ursache gesamtwirtschaftlicher Fehlentwicklungen, weil die nachfolgend dargestellten Zusammenhänge nur ungenügend Beachtung fanden. Die Stückkosten k seien definiert als Summe der Lohnstückkosten kB, der Kapitalkosten pro Stück kK und der Rohstoffkosten kR pro Stück:

(1) Die nominalen Lohnstückkosten lassen sich als Quotient aus Lohnsumme (Lohnsatz l multipliziert mit dem Arbeitsvolumen A) und dem Produktionsergebnis X bzw. als Quotient aus Lohnsatz und Arbeitsproduktivität schreiben:
(2) Schreibt man Gleichungen (1) und (2) in der Form von Wachstumsraten, wobei „^“ die Wachstumsrate in Prozent einer Größe angibt, folgt:
(3) mit: (4) Der Koeffizient gibt den Anteil der Lohnkosten an den Gesamtkosten wieder. Entsprechendes gilt für und . Daraus folgt (5a) und nach Division der Gleichung durch sowie Auflösen nach (5b) Für die kostenniveauneutrale Lohnpolitik gilt: Ziel: , gemäß (5a) bzw. (5b) (6) Für die produktivitätsorientierte Lohnpolitik gilt: Ziel: gemäß (4)

(7) Für den Inflationsausgleich bei kostenniveauneutraler bzw. produktivitätsorientierter Lohnpolitik gilt:

(8) Als Konsequenz steigen die nominalen Lohnstückkosten
. Preissteigerungen begründen keinen zusätzlichen Verteilungsspielraum, will man eine mittelfristig stabilitätsorientierte Geldpolitik sicher stellen. Denn höhere Importpreise oder zunehmende Preise für öffentliche Güter sind von den Unternehmen in Deutschland nicht zu beeinflussen oder zu verantworten. In den Jahren 2000 und 2001 entfielen beispielsweise allein 9,6 Prozentpunkte des Preisanstiegs auf höhere Versicherungs- und Tabaksteuern und die beiden Ökosteuererhöhungen. Müssen die Betriebe den Beschäftigten dies finanziell ausgleichen, verschlechtert sich ihre Wettbewerbsposition, womit weitere Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Der von der Tariflohnpolitik selbst verursachte Anstieg der Preise darf ebenfalls nicht als Begründung für neuerliche Lohnforderungen herhalten. Wird vereinfachend unterstellt, so lässt sich die beschäftigungsfördernde Lohnpolitik, die einen bewussten Lohnabschlag vornimmt, folgendermaßen darstellen:

(9) Der beschäftigungsfördernde Aspekt der Lohnpolitik wird durch symbolisiert, das einen prozentualen Abschlag zur Beschäftigungsförderung darstellt. Ein Vorschlag zur Operationalisierung stammt von Johann Eekhoff. Seine Formel sieht für je zwei Prozentpunkte der gesamtwirtschaftlichen Arbeitslosenquote u einen Lohnabschlag von einem Prozentpunkt vor. Wird also berücksichtigt, dass ein gewisses Ausmaß an friktioneller Arbeitslosigkeit un in einer dynamischen Wirtschaft unvermeidbar ist, so lässt sich die Eekhoff-Formel so schreiben:

(10) An einem Zahlenbeispiel lassen sich die Zusammenhänge verdeutlichen. Bei einer Produktivitätssteigerung von 2,5%, einer Inflationsrate von 2%, einer tatsächlichen Arbeitslosenquote von 10% und einer „unvermeidbaren“ Arbeitslosigkeit von 6% ergibt sich

(11) Die produktivitätsorientierte Lohnpolitik hätte einen Anstieg von 2,5% ohne und 4,5% mit Inflationsausgleich impliziert. Bei Verfolgung einer kostenniveauneutralen Lohnpolitik müssten die Nominallohnerhöhungen mögliche Kostensteigerungen bei anderen Produktionsfaktoren durch zusätzliche Abschläge kompensieren.

Die betriebliche Lohnpolitik hat dafür zu sorgen, daß das Entgelt für die menschlichen Arbeitsleistungen von den einzelnen Arbeitnehmern als gerecht empfunden wird. Dabei spielen neben den Anforderungen und Leistungen auch soziale Komponenten eine Rolle.

 

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