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Handelskalkulation

Handelskalkulation ist die Kalkulation des Bezugspreises, des Verkaufspreises oder der Differenz beider Preise (= Handelsspanne) in Handelsbetrieben.

Problem:
Je nach Marktlage wird der Handel vorgegebene Absatz- und/oder Bezugspreise finden, die er nicht beeinflussen kann. Seine Kalkulation hat er dann nach den Umständen des Einzelfalls auszurichten, da unterschiedliche Situationen unterschiedliche Kalkulationen verlangen.

Beispiel:

(1) Beschaffungskalkulation (Bezugskalkulation):
Ermittlung des Einstandspreises bei gegebenem Listenpreis und gegebenen Zahlungs- und Lieferkonditionen.

(2) Absatzkalkulation (Verkaufskalkulation):
Ermittlung des Listenverkaufspreises bei gegebenem Bezugspreis, gegebenen Kosten und Verkaufskonditionen.

(3) Vorwärtskalkulation:
Listenverkaufspreis ist beeinflußbar, die anderen Größen nicht. Man ermittelt den mindestens zu fordernden Listenverkaufspreis.

(4) Rückwärtskalkulation:
Listeneinkaufspreis ist beeinflußbar, die anderen Größen nicht. Man ermittelt den Listeneinkaufspreis, den man eben noch akzeptieren kann.

(5) Differenzkalkulation:
Händler kann weder Einkaufs- noch Verkaufspreis
beeinflussen. Er prüft, ob die Differenz der mindestens benötigten Handelsspanne entspricht.

(6) Kompensationskalkulation:
Artikel mit starker Konkurrenz werden knapp, solche mit geringer Konkurrenz großzügig kalkuliert.

Handelskalkulation ist die Kalkulation in Handelsbetrieben. Je nach Zwecksetzung läßt sie sich differenzieren in die Preiskalkulation (Ermittlung des Angebotspreises, der

Preisunter- bzw. -obergrenze) und in die Betriebskalkulation. Als Arten sind die Absatz-, die Bezugs-, die Einkaufs-, die Differenz- und die y Kompensationskalkulation zu nennen. Dabei hat die Differenzkalkulation insbesondere für Markenartikel Bedeutung. Auch bei diesen Arten kann eine progressive oder eine retrograde Kalkulation vorgenommen werden. Besonderheiten weist die Exportkalkulation auf. Zwar sind auch in der Handelskalkulation die üblichen Kalkulationsverfahren anwendbar, doch lassen sich gegenüber der Industriekalkulation einige Unterschiede feststellen:

1. Die Handelskalkulation weist besondere Kalkulationsarten auf (z.B. Differenzkalkulation).

2. Die Kostenarten haben in beiden Branchen unterschiedliche Bedeutung; während im Industriebetrieb die Fertigungskosten dominieren, stehen im Handel Beschaffungs-, Lager -und Absatzkosten im Vo dergrund.

3. Die Zurechnung der ’ Gemeinko-sten auf die einzelnen Kostenträger ist im Handel infolge der engen Arbeitsverbindung ungleich schwerer als im Industriebetrieb. Deshalb findet man vor allem in den Einzelhandelsbetrieben kleiner und mittlerer Größen häufig keine ausgebaute Kostenstellenrechnung und keine differenzierende Zuschlagskalkulation.

4. Aufgrund der oft mangelhaften Leistungsfähigkeit des Rechnungswesens in (insbesondere kleineren) Handlungsbetrieben ist die Handelskalkulation oft rückständiger, besser in Großhandelsbetrieben als im Einzelhandel.

Das Kalkulationsschema für den Handel hat folgende Grundstruktur (s. Seite 238):

(Die Mehrwertsteuer ist kalkulationsneutral, deshalb wird netto kalkuliert, d.h. ohne Mehrwertsteuer; die Pfeilspitze Tl zeigt immer auf 100 %; nicht benötigte Positionen werden bei der Kalkulation übersprungen) Die Ermittlung des Verkaufspreises erfolgt mit der progressiven Kalkulatints (Vorwärtskalkulation), also im Schema von oben nach unten. (y Preisuntergrenze) Die Ermittlung des Einkaufspreises erfolgt von unten nach oben über die retrograde Kalkulation (Rückwärtskalkulation) (Preisobergrenze). Die Ermittlung des Gewinns bei gegebenem Verkaufspreis und Einkaufspreis als Differenz zwischen Selbstkostenpreis und Barverkaufspreis erfolgt mit Hilfe der Differenzkalkulation. I läufig wird auch als Differenz der verbleibende Betrag für Gewinn und I Iandlungskosten berechnet.

 

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