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EuroDollarMarkt

Ein internationaler » Geld und Kapitalmarkt, auf dem an europäischen Finanzplätzen (in erster Linie London, dann Luxemburg) auf USDollar lautende kurzfristige Bankguthaben bei nichtamerikanischen Banken sowie mittel und langfristige, von internationalen Bankenkonsortien begebene USDollaranleihen (sog. Eurobonds) gehandelt werden. Im engeren und weithin gebräuchlichen Sinne wird die Bezeichnung nur auf den Geldmarkt bezogen verwendet. Als solcher ist dieser Finanzmarkt Ende der 50er Jahre entstanden, hauptsächlich bedingt und in seinem Wachstum gefördert durch die seinerzeit anhaltend hohen Zahlungsbilanzdefizite der USA, die hohe Eventualverbindlichkeiten USDollarGuthaben ausländischer Gläubiger zur Folge hatten; eine Reihe von USamerikanischen Vorschriften, vor allem die vorhandenen Zinsregelungen (»Regulation Q«) führten begünstigt durch den Übergang zur freien Konvertibilität verschiedener europäischer Währungen dazu, daß diese Guthaben nach Europa Verlagen wurden. Das reibungslose Funktionieren des Marktes zog auch andere Gelder an (z
. B. Überschüsse von ölexportierenden Ländern). Um aus solchen Bankguthaben mit im allgemeinen kurzer Befristung längerfristige Kredite gewähren zu können, wurde die Form des RolloverKredits entwickelt, bei der der Zinssatz im Rahmen einer langfristigen Kreditzusage periodisch an die Geldmarktlage angepaßt werden kann (u. U. verbund en mit einem Gläubigerwechsel). Die maßgebliche Orientierungsgröße ist der Londoner Geldmarktsatz LIBOR (= London Interbank Offered Rate), auf dessen Basis solche Kreditgeschäfte in der Regel abgeschlossen werden (LIBOR plus Zuschlag). Angesichts der raschen Entwicklung des neuen Marktes kam es zu einer Ausweitung in zweierlei Hinsicht: Zum einen bildeten sich solche Märkte in anderen Wichtige n Währungen (insbesondere in Schweizer Franken und Deutscher Mark) außerhalb ihrer heimischen Währungsgebiete und unbeeinflußt von deren währungspolitischen Regelungen. Man spricht daher vielfach nicht mehr vom EuroDollarMarkt, sondern vom Euromarkt schlechthin, auf dem aber nach wie vor der USDollar dominiert. Zum anderen entstanden gleichartige Märkte außerhalb Europas, so in den OffshoreZentren der Karibik (z. B. auf den Bahamas, Bermudas, CaymanIn seln) und im Mittleren Osten (Bah rain) sowie der sog. AsienDollarMarkt im Fernen Osten (Hongkong, Singapur). Nicht selten sind alle diese Märkte (manchmal auch unter Einbe ziehung des Kapitalmarkts) gemeint, wenn vom Euromarkt oder von Eu romärkten die Rede ist. Um die dort getätigten Finanztransaktionen in die USA zurückzuholen, wurden im Jah re 1981 für New York und andere USamerikanische Finanzplätze zur Abwicklung internationaler Finanz geschäfte die sog. International Bank ing Facilities geschaffen, in deren Rahmen von den für inländische Geschäfte dieser An geltenden Rege lungen weitgehend ausgenommen (z. B. von Zinsregelungen und Mindestreservevorschriften) n den USA tätige Kreditinstitute unter be stimmten Voraussetzungen Gelder aus dem Ausland entgegennehmen und an ausländische Schuldner auslei hen können. Die Bank für Interna tionalen Zahlungsausgleich (BIZ), Basel, berichtet regelmäßig (u. a. jährlich in ihren Geschäftsberichten) aufgrund statistischer Erhebungen über die Entwicklung der Euromärk te.

 

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